Den Flughafen Heathrow traf die Corona-Krise hart. es fanden noch 195.000 Flüge statt.

Selber fliegenMit kleinen Fliegern an große Flughäfen

Einmal in Frankfurt oder Heathrow landen und zwischen großen Jets rollen. Das ist der Traum vieler Privatpiloten. Ist das möglich?

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Wenn wir als Gäste am Flughafen sitzen und aus den großen Glasfenstern schauen, sehen wir eher einen Airbus A380 als eine kleine Cessna 172. Tatsächlich ist die Entdeckung eines kleinen Privatflugzeuges an großen Airports aber realistischer, als wir denken. Doch wer als Privatpilot an einem Drehkreuz landen will, für den gibt es einen Haken: die Kosten.

Es gibt durchaus einige größere Flughäfen, wo es nicht nur Spaß macht, zu landen, sondern auch Sinn - etwa weil es einen schnellen Anschluss an die Stadt gibt. Der Stuttgarter Flughafen ist einer davon, aber auch Friedrichshafen, Kassel oder Sylt sind sehr spannend. Betrachtet man die durchschnittliche Landegebühr von rund 10 bis 50 Euro für eine typische Cessna 172, so ist es auch erschwinglich.

Oberer dreistelliger Euro-Bereich

Dann gibt es aber auch Flughäfen wie Frankfurt. Manch ein Pilot träumt davon. Es ist tatsächlich eine einmalige Erfahrung, zwischen den riesigen Maschinen zu rollen und sich fast ebenbürtig zu fühlen. Aber lohnen sich dafür Kosten im oberen, dreistelligen Euro-Bereich? Diese Frage muss jeder Pilot für sich selber beantworten.

Eines ist sicher: möglich ist es. Möchte man die Erfahrung machen, aber nicht ganz so viel ausgeben, so lohnen sich eher kleinere, aber dennoch internationale Flughäfen wie Düsseldorf, Köln oder Berlin-Tegel.

Einfach über den Flughafen fliegen

Und wer die Kosten scheut: warum den Flughafen anfliegen, wenn man auch einfach über ihn hinweg fliegen kann? Das sogenannte Midfield Crossing, wie der Name schon sagt, ist eine Praxis, die viele Piloten nutzen, um sich das Leben eines Flughafens mal von oben anzusehen. Hier wird ein Überflug in sicherer Höhe quer über den Platz durchgeführt.

Aber Achtung: auch das ist nicht einfach so möglich. Solch ein Überfliegen muss in jedem Fall vom Kontrollturm genehmigt werden. Oft passiert es, dass die Anfrage abgelehnt wird. Manchmal ist eben einfach zu viel los. Das muss man akzeptieren und damit leben.

Einmalig in Heathrow

Wo dieses Crossing am meisten Spaß macht? In London-Heathrow. Je nach Tageszeit erlauben die Lotsen einem hier den Überflug am Anfang der Piste 27L im Osten. Eine geniale und zugleich einmalige Erfahrung.

Lars Klein ist freier Kolumnist von aeroTELEGRAPH. Er ist Mitgründer der Mitflugzentrale Wingly. Privatpiloten werden mit Gästen vernetzt, um Leidenschaft aber auch die Kosten des Fliegens zu teilen. Heute fliegt Klein regelmäßig in der Cessna (mit) durch Europa. Vorher war er weltweit als selbstständiger Web-Dienstleister tätig. Die Meinung der freien Kolumnisten muss nicht mit der der Redaktion übereinstimmen.

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