Bombardier Global 6000 in Matterhorn-White: Neues Understatement.

ModefarbeMit dieser Farbe fliegen Superreiche am liebsten

Bei der Lackierung ihrer Privatjets setzen die Reichen und Schönen dieser Welt auf Bescheidenheit. Besonders ein Farbton hat es ihnen angetan. Doch die ist nicht ganz billig.

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Längst nicht alle Privatjet-Besitzer haben im Geschäftsleben eine weiße Weste. Trotzdem oder vielleicht gerade deshalb dominiert die Farbe Weiß bei den Lackierungen der privaten Kleinflugzeuge. Besonders der Farbton Matterhorn-White erlebt zur Zeit einen regelrechten Boom.

Edel und unaufdringlich wie ein iPhone sollen die Flugzeuge der Superreichen aussehen. «Matterhorn ist das neue Weiß», erklärt eine Sprecherin der Charterfirma Privatefly dem Luxusportal Moneyish. Nicht nur neue Jets würden oft mit dem eisigen Weiß lackiert, es gäbe auch Besitzer, die ihre gebrauchten Maschinen damit auffrischen ließen.

Möglichst unter dem Radar

Daniel Hirschhorn von Luxury Aircraft Solutions beschreibt die Vorzüge der aktuellen In-Farbe der Businessfliegerei: «Matterhorn Weiß ist ein zartes Weiß das – wenn richtig angewendet – eine Meile tief scheint. Es erinnert an einen kalten Wintermorgen.» Das bekanntere Schneeweiß sei weniger edel und weniger beliebt, sagen Branchenvertreter.

Für Eric Zipkin, Gründer von Tradewind Aviation, sind psychologische Gründe entscheidend für die zurückhaltende Farbwahl. Nach der Finanzkrise würden die Reichen mit ihren Jets nicht mehr so sehr die Öffentlichkeit suchen. Die Besitzer wollten gewissermaßen unter dem Radar fliegen und hätten keine Freude, wenn andere «in ihren Geschäften herumstocherten».

Weiß ist nicht gleich weiß

Ganz billig ist eine farbliche Umgestaltung nicht. Wer seine alte Cessna mit der Matterhorn-Farbe veredeln möchte, legt schnell einmal 100.000 Dollar auf den Tisch. Bei einer großen Gulfstream kostet die Behandlung sogar bis zu 350.000 Dollar. Tiefere Schätzungen rechnen mit 25.000 Dollar für einen sehr kleinen Jet.

Die britische PSG, eine der wichtigsten Firmen im Geschäft der Flugzeuglackierungen, bietet zwölf Weißtöne, darunter zwei unter dem Label Matterhorn White. Zu ihren Kunden gehören unter anderem die Erstausrüster Bombardier, Cessna, Falcon Jet (Dassault), Gulfstream und Hawker.

Rote und blaue Streifen

Auch bei den Streifen ist Bescheidenheit zur Zeit Trumpf. Gold sei nicht mehr in Mode sagen Branchenvertreter. Beliebt sind Tiefrot, Dunkelblau und Silber. Eine sehr bekannte Ausnahme zum Understatement-Trend der Superreichen ist US-Präsident Donald Trump. Sein Jet kommt in royalem Dunkelblau daher und ist mit sehr viel Gold verziert.

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