Letzte Aktualisierung: um 6:06 Uhr
Partner von  

Middle East Airlines trotzt Krise

Die Nationalairline des Libanon leidet unter der Instabilität im Nahen Osten. Dennoch will sie ihre Flotte kräftig erweitern.

MEA

Heckflosse von MEA: Neuer Airbus in der Flotte.

Die Lage ist nicht gerade rosig. Im großen Nachbarland tobt gerade ein blutiger Bürgerkrieg, die Weltwirtschaft steckt in einer tiefen Krise und Kerosin ist rekordteuer. Zudem musste MEA Middle East Airlines den Piloten, den Kabinenangestellten und dem Bodenpersonal letztes Jahr verbesserte Bedingungen gewähren. Und so sank der Betriebsgewinn 2011 um rund 55 Prozent von 90 Millionen auf 50 Millionen Euro. Dennoch will die Nationalairline des Libanon nun zaghaft expandieren. Ende Mai erweiterte sie ihre Flotte um einen weiteren Airbus A320. «Wir leasen das Flugzeug für einen Zeitraum von sechs bis acht Jahren. Dieser Schritt ist Teil unserer allgemeinen Strategie, die Flotte zu erweitern» sagte MEA-Präsident Mohammad Hout gegenüber der libanesischen Tageszeitung The Daily Star.

In dieser Situation will der Unternehmenschef keine voreiligen Schritte unternehmen. Doch er plant fest, die mit rund vier Jahren extrem junge Flotte von den nun 16 Maschinen – allesamt Airbus der Typen A330-200, A321-200 und A320-200 – deutlich zu vergrößern. Im Jahr 2020 soll der Flugzeugpark von MEA Middle East Airlines zwanzig Flieger zählen, wie Hout erklärt. Im Jahr 2021 könnte dann bei vorhandener Nachfrage gar noch ein Flieger dazukommen – immerhin ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Stand von heute. Auch neue Traumdestinationen machte Hout schon aus. Als erstes wünscht er sich Baghdad. Doch dazu müssten die bilateralen Verträge zwischen den Ländern geändert werden, so der MEA-Präsident. Auch Russland möchte er neu bedienen. Aber damit das Wirklichkeit wird, müsste erst die gegenseitige Visumspflicht fallen.

Bald Mitglied von Skyteam

Als die Fluggesellschaft in den Siebziger- und Achtzigerjahren tiefrote Zahlen schrieb, musste sie vom Staat gerettet werden. Damals übernahm die Zentralbank die Aktienmehrheit. Eigentlich wollte sie einen Viertel ihrer Anteile an der Börse platzieren. Doch die politische Krise in der Region ließ den Plan scheitern. Er liegt nun auf Eis.

Derzeit fliegt MEA Middle East Airlines ab ihrem Drehkreuz Rafik Hariri International Airport in Beirut Ziele im Nahen Osten, in Afrika und in Europa an. Dort fliegt die Airline unter anderem nach Düsseldorf, Frankfurt und Genf. 2012 soll sie in die Allianz Skyteam aufgenommen werden.



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem, beleidigendem oder rein polemischem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.