Boeing 737 von GOL: Plötzlich ohne Instrumente.

«Mayday, Mayday, Flug 1536»

Eine Boeing B737 der Fluglinie Gol kam kurz nach dem Start in gravierende Probleme. Ein Fluglotse hat eine Katastrophe verhindert.

Top-Jobs

aaa aviation academy austria logo

ATO Training Expert (m/f/d)

Aviation Academy Austria
Vollzeit
Neusiedl am See
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Flug 1536 hob auch an diesem Tag völlig normal ab. Er ist eine der Dutzenden von täglichen Verbindungen zwischen den beiden Millionenmetropolen im Süden Brasiliens. Die brandneue Boeing B737-800 der Fluggesellschaft Gol hatte 95 Passagiere geladen und hob wie geplant in São Paulo Congonhas ab, um weniger als eine Stunde später in Rio de Janeiro Santos Dumont zu landen. Doch während die Reisenden auf das unendliche Häusermeer von São Paulo blickten, begannen im Cockpit tragische Minuten. Kurz nach dem Start verlor der Pilot jegliche Angaben zu seiner Position, seiner Höhe und seiner Geschwindigkeit. Zugleich befand sich der Jet in einer dicken Wolkenschicht. Die Crew hatte deshalb eine miserable Sicht.

Der Zwischenfall ereignete sich am vergangenen 16. Oktober, wurde aber erst jetzt durch einen Bericht der Zeitung O Globo bekannt. Kaum bemerkte der Pilot den Ausfall der Instrumente, wandte er sich an den Fluglotsen. «Mayday, Mayday, Flug 1536», funkte er. Am anderen Ende der Leitung saß ein Profi mit 31 Jahren Berufserfahrung. Der Flugkapitän der B737 fragte nach alternativen Notlandemöglichkeiten, da Congonhas zu stark bewölkt war. Zugleich fragte er nach Höhe, Geschwindigkeit uns Position. Seine Bildschirme gaben ihm zu jener Zeit etwa zwei völlig unterschiedliche Messungen für die Geschwindigkeit an - rund 370 Stundenkilometer betrug die Differenz. «Am Anfang war ich aufgeregt. Doch mit der Zeit schaffte ich es, die Ruhe zu bewahren», erklärte Fluglotse Ricardo Blanco der Zeitung.

Den ganzen Flugraum gesperrt

Blanco klärte die Lage und sah, dass sich Flug 1536 auf einer sicheren Höhe und an sicherer Stelle befand. Danach leitete er das Flugzeug zum nahegelegenen Flughafen Viracopos in der Nachbarstadt Campinas, wo die Wolken viel weniger dicht waren. Zuerst wurde aber der gesamte Luftraum über São Paulo gesperrt. Am Ziel angekommen, sah der Pilot die Landebahn und konnte auf Sicht landen. Nun untersucht die Aufsichtsbehörde Centro de Investigação e Prevenção de Acidentes Aeronáuticos (Cenipa) den Fall. Denn die Ursache des Instrumentenausfalls ist völlig unklar. Gol hatte den Jet erst eine Woche zuvor übernommen. Zum Zeitpunkt des Zwischenfalls hatte er gerade einmal 20 Flugstunden auf dem Buckel.

Hören Sie die Ereignisse über die Aufzeichnung des Flugfunks:

http://soundcloud.com/rafaelguimar-es-1/may-day-may-day

Mehr zum Thema

ticker-azul

Azul verbindet Macapá und Belo Horizonte mit Airbus A320

ticker-brasilien

Brasilien verschärft Informationspflichten bei Flugausfällen

ticker-brasilien

Brasilien verschärft Strafen für renitente Flugpassagiere

ticker-brasilien

Zu viele Klagen gegen Airlines: Brasilien will Regeln für Passagierrechte überarbeiten

Video

air new zealand syknest
Air New Zealand verschiebt den Start ihrer Schlafkojen für die Economy Class abermals. Eigentlich sollte Syknest 2026 endlich in der Boeing 787 abheben. Doch noch fehlt die Zertifizierung - da erneut eine Behörde bei der Zulassung nicht hinterherkommt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Gulfstream G400 von Baires Fly: Das Flugzeug mit der Kennung LV-JQW brachte Flavio Bolsonaro in die USA.
Eine rund 22 Jahre alte Gulfstream G400 von Baires Fly brachte Flávio Bolsonaro und seine Familie über Ecuador nach Miami. Die argentinische Charterfirma flog einst auch Javier Milei - und auch ihr Eigentümer hat Ärger mit der Justiz.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
lufthansa fra gate of the future 07
Lufthansa und der Flughafen Frankfurt testen im Terminal 1, wie ein Gate effizienter funktionieren kann und zugleich komfortabler für die Gäste wird. Dabei geht es sowohl um Lounge-Elemente, als auch darum, Bewegungen zu analysieren und einem Software-Wirrwarr Herr zu werden.
Timo Nowack
Timo Nowack