Flammen an der mutmaßlichen Absturzstelle: Die B777 wurde wohl abgeschossen.

Maschine von Malaysia AirlinesBoeing 777 stürzt über Ukraine ab

Eine Boeing 777 von Malaysia Airlines ist über der Ukraine abgestürzt. Es waren 298 Menschen an Bord. Der Jet wurde abgeschossen.

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Luftfahrt

Nun gibt es Gewissheit: Am Donnerstagnachmittag (17. Juli) ist über der Ukraine eine Boeing 777-200 von Malaysia Airlines abgestürzt, wie die Nachrichtenagentur Interfax als erste meldete. Flug MH17 befand sich auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur. Es befanden sich nach offiziellen Angaben 298 Menschen an Bord, 283 Passagiere und 15 Besatzungsmitglieder. Die ukrainische Regierung bestätigt den Absturz und redet von einem Abschuss mit einer Rakete. Auch US-Vizepräsident Joe Biden nennt es einen Abschuss. «Es war kein Unfall, es wurde vom Himmel geschossen.»

Die B777 mit der Kennzeichnung 9M-MRD verliess Amsterdam um 12:15 Uhr. Um 16:20 Uhr Lokalzeit verschwand sie über der Ukraine vom Radar. «Die Maschine begann zu sinken und wurde dann brennend am Boden gefunden», zitiert Interfax einen nicht genannten Zeugen. Die Piloten hatten zuvor keinen Notruf abgesetzt.

Unfallstelle nahe der Stadt Schachtjorsk

Sicherheitskräfte erreichten am frühen Abend die Absturzstelle beim Dorf Grabowo im Bezirk Donetzk in der Nähe der russisch-ukrainischen Grenze (siehe Karte unten). Auf Bildern ist ein verkohltes Feld mit Hunderten Trümmerteilen zu sehen. Gemäß den Behörden sollen rund 100 Leichen gefunden worden sein. Die Trümmer sind über 15 Kilometer verstreut, wie die Nachrichtenagentur Reuters meldet. Es gibt keine Überlebenden.

Über die Ursachen wurde lange gerätselt. Schnell wurde aber über einen möglichen Abschuss der Passagiermaschine von Malaysia Airlines spekuliert. Denn wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete, befand sich die Maschine in 10'000 Metern Höhe über einer Region, in der es immer wieder zu Kämpfen zwischen Separatisten und der ukrainischen Armee kommt. Abgestürzt ist sie nahe der Stadt Schachtjorsk im Dorf Grabowo.

Separatisten in der Ostukraine besitzen Raketen

Der russische Separatist Igor Girkin, der auch unter dem Übernamen Strelkow bekannt ist, prahlte auf dem russischen Sozialen Netzwerk Vkontakti umgehend mit einem Abschuss eines Fliegers. «Wir haben gerade das Flugzeug heruntergeholt», sagte er gemäß der Zeitung Kyiv Post. «Wir warnten euch, fliegt nicht in unseren Himmel.» Offenbar könnten die Separatisten die Boeing 777 für eine ukrainische Militärmaschine gehalten haben. Später wurde der EIntrag auf Vkontakti gelöscht.

Die von Russland unterstützten Separatisten besitzen aber offenbar Raketen, die eine Passagiermaschine abschießen könnten. Sie wurden beim Sturm einer ukrainischen Militärbasis in Donetzk vor einem Monat erbeutet. Dabei handelt es sich um Raketen des Typs Buk-1. Sie können in große Höhen vorstoßen. In den letzen Wochen wurden bereits eine An-26 und ein Kampfjet des Typs Su-25 der ukrainischen Luftwaffe abgeschossen. Die Separatisten erklärten ihrerseits jedoch, keine Waffen zu besitzen, die so hoch kommen. Für sie ist klar, dass die ukrainische Armee schuld ist.

Malaysia Airlines bestätigt Verlust des Kontaktes zu MH17

Die USA erklärten am Freitag allerdings, es sei die wahrscheinlichste Erklärung, dass die Rakete von pro-russischen Separatisten abgefeuert worden sei. Das würden Daten des Geheimdienstes zeigen. Washington sagte auch, die Rakete zu bedienen brauche Knowhow und verdächtigte Russland der Mittäterschaft. Und die Ukraine ließ verlauten, es gebe Tonbandaufnahmen, die belegten wie sich die Rebellen über den Abschuss unterhalten. Präsident Petro Poroschenko forderte eine internationale Untersuchung des Vorfalls. Der Uno-Sicherheitsrat hat eine solche inzwischen angeordnet.

Malaysia Airlines bestätigt inzwischen den Absturz. Man sei von der ukrainischen Flugaufsicht informiert worden, so die Fluglinie in einer eine Stellungnahme. Die eingeschlagene Flugroute sei zuvor von der Icao für sicher befunden worden. An Bord der Maschine befanden sich 192 Niederländer, 44 Malaysier, 27 Australier, 12 Indonesier, 10 Briten, 4 Deutsche, 4 Belgier, 3 Phillipinos sowie ein Kanadier und ein Neuseeländer.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters heißt es aus dem ukrainischen Innenministerium, dass eine Rakete von Separatisten abgefeuert worden sei. Direkte Verbindungen zum Absturz sind aber noch unklar.

Flightradar 24 zeigt die letzte Position, bevor MH17 verschwand.

Auf Youtube tauchen bereits Videos auf, die die Absturzstelle zeigen sollen.

Auch Boeing meldete sich bereits. «Wir beten für alle an Bord des über der Ukraine verschwundenen Flugzeuges von Malaysia Airlines», schreibt der Flugzeugbauer in einer Medienmitteilung. Man biete jegliche erdenkliche Unterstützung an.

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