Auswertung des Flugschreibers: Die Embraer E190 kippte teilweise mehr als 90 Grad zur Seite.

ZwischenberichtWartungsfehler führte zu Irrflug der Air-Astana-Embraer

Eine Embraer E190 von Air Astana bekam im November heftige Probleme mit der Flugsteuerung. Ein Untersuchungsbericht machte nun einen Wartungsfehler als Ursache aus.

Top-Jobs

IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Es waren im vergangenen November bange zwei Stunden und sieben Minuten für die sechs Insassen von Air-Astana-Flug KC1388. Die Embraer E190 LR war zuvor in Portugal gewartet worden. Als sie zurück nach Minsk überführt werden sollte, meldeten die Piloten kurz nach dem Start Probleme mit der Flugsteuerung.

Diese Probleme waren heftig. Nur mit großer Mühe gelang es der Crew, die Embraer in der Luft zu halten. In unfreiwillig erratischen Manövern kreisten sie in der Region Lissabon. Nachdem schlechtes Wetter eine Notwasserung im Meer vereitelt hatte, gelang der von Kampfjets eskortierten Maschine im dritten Versuch die Notlandung auf einer Luftwaffenbasis. Ermittler haben nun herausgefunden, dass Flugsteuerungs-Elemente falsch mit den Leitwerken verbunden waren und somit zum Kontrollverlust geführt haben.

Unklare Angaben von Embraer

Laut der Ermittler wurden innerhalb der Flügel ein Seilzug* verkehrt eingebaut. Die betroffenen Bauteile geben die Steuereingaben der Piloten mechanisch an die Querruder weiter, welche das Flugzeug im Flug zur Seite neigen. Dass die Seilzüge fehlerhaft montiert wurden, führt die Behörde auf geänderte Wartungsanleitungen von Embraer zurück, wie die portugiesische Untersuchungsbehörde GPIAAF in einem ersten Zwischenbericht zum Vorfall schreibt. An betroffener Stelle soll ein Serviceblatt die genaue Kabelführung nicht genau aufgezeigt haben. Laut den Ermittler war die korrekte Montage der Seilzüge dadurch schwerer zu verstehen.

Bei mehreren Checks hätte der Fehler jedoch auffallen müssen, bemängelt das GPIAAF und führt den Patzer auf Nachlässigkeit des portugiesischen Wartungsunternehmens OGMA zurück, welche die Embraer E190 wartete. Bereits am Boden meldete ein Computersystem, dass mit der Flugsteuerung etwas nicht stimmte. Nach elf Tagen Mehraufwand machten die Mechaniker jedoch einen anderen Fehler als vermeintliche Ursache für die Fehlmeldung aus und gaben das Flugzeug frei.

Wartungsfirma handelt

Die Wartungsfirma hat den Behörden nun in einem Plan Maßnahmen angekündigt, die solche Fehler in Zukunft verhindern sollen. Auch Embraer kündigte an, die Wartungsanleitung der Flugsteuerungssysteme bei der E-Jet-Familie zu überarbeiten. Das Flugzeug ist seither nicht mehr gestartet.

Seit dem Vorfall befindet sich die Embraer E190 von Air Astana auf dem Luftwaffenstützpunkt Beja in Südportugal. Sie erlitt erhebliche Strukturschäden, schreibt das GPIAAF. Der Kapitän, die zwei Kopiloten sowie drei an Bord befindliche Mechaniker erlitten leichte Verletzungen. Wegen der unkontrollierten Manöver durchlebten sie jedoch hohe Beschleunigungskräfte und wurden nach der gelungenen Notlandung mit Stresssymptomen in ein Krankenhaus gebracht.

* In einer ersten Version sprachen wir hier von Kabeln, was eine schlechte Formulierung war. Das haben wir nun korrigiert.

Mehr zum Thema

Vor der Landung hatte die Bombardier Global 5000 Probleme.

Global 5000 kippte unkontrolliert nach links und rechts

Wartungsfehler schuld an Horrorlandung des Regierungsjets?

Wartungsfehler schuld an Horrorlandung des Regierungsjets?

Embraer E190 landet ohne Bugfahrwerk

Embraer E190 landet ohne Bugfahrwerk

Ryanair Malta Air Boeing 737-800 Landung

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Video

Boeing 777 von Emirates in Dubai: Der Betrieb wurde kurzzeitig gestoppt.
Einen großen Teil ihres Streckennetzes will die Golfairline wieder bedienen – auch Ziele wie Frankfurt, München oder Zürich. Doch ein Drohneneinschlag beim Flughafen Dubai International führte zu einem kurzfristigen Stopp aller Flüge von Emirates. Die Folge sind mitunter große Verspätungen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
ilyushin il 114 300 kaelte
Das neue russische Turboprop-Flugzeug wird in den eisigen Bedingungen des Fernen Ostens dringend benötigt - auch von Polar Airlines. Doch dafür ist noch eine Anpassung an der Ilyushin Il-114-300 nötig.
Timo Nowack
Timo Nowack
wizz air airbus a321 neo madeira
Es kommt zwar immer wieder vor, dass Flugzeuge aufgrund starker Winde nicht direkt auf Madeira landen können. Die Passagiere eines Wizz-Air-Fluges aus Wien erlebten nun aber eine besondere Warteschleifen-Odyssee.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies