Caracas: Einige Airlines fliegen nicht mehr hin.

VenezuelaLufthansa und Co. warten noch immer auf Geld

Seit Monaten verhandeln Fluggesellschaften mit Venezuela über Rückzahlungen von Verkaufserlösen. Ohne Erfolg. Das Sitzplatzangebot zwischen Europa und dem Land ist massiv geschrumpft.

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Nun hat auch Gol genug. Die brasilianische Fluggesellschaft stoppte kürzlich ihre Flüge nach Venezuela. Bis der Streit mit der Regierung von Präsident Nicolas Maduro nicht gelöst sei, werde man nicht mehr in das Land fliegen, so die Airline. Bereits früher hatten Air Canada, Alitalia und Tame aus Ecuador alle Verbindungen nach Venezuela gestrichen. Andere Anbieter reduzierten ihr Angebot, zum Beispiel auch Lufthansa.

Der Grund für den Streit ist das seit 2003 geltende strikte Devisenkontrollsystem Venezuelas. Es verbietet es ausländischen Fluggesellschaften, ihre Ticketeinnahmen einfach so aus dem Land auszuführen. Das ist nur mit Genehmigung und mit Vorgabe des Wechselkurses durch die Zentralbank erlaubt. Doch diese Genehmigungen wurden nicht erteilt, das Geld blieb im Lande gefangen.

Venezuela ist nicht an Lösung interessiert

Zwischenzeitlich sah es so aus, als sei die Auseinandersetzung gelöst. Die Regierung in Caracas versprach mehrfach, die Ticketerlöse ausländischer Fluggesellschaften freizugeben. Passiert ist aber nichts, weil Airlines mit dem Angebot nicht zufrieden waren. Der angebotene Wechselkurs war unattraktiv. «Das Problem besteht weiter», bestätigt denn auch ein Lufthansa-Sprecher. Inzwischen geht es um Ausstände von insgesamt etwa 3,9 Milliarden Dollar.

Caracas hat derzeit wenig Interesse, dass Geld abfließt. Das Land hat seit dem Einbruch des Ölpreises ein riesiges Problem. Ölausfuhren machen 95 Prozent der Exporte aus und sorgen für fast alle Deviseneinnahmen. Während die Einnahmen sinken, bleiben die zuvor massiv erhöhten Ausgaben gleich hoch. Inzwischen wird deshalb auch von einer möglichen Staatspleite gesprochen.

Lufthansa fliegt weiter

Bei Lufthansa gibt man sich dennoch zuversichtlich. «Wir stehen in Diskussionen mit der Regierung», so der Sprecher. Man fliege auch weiter nach Caracas. Inzwischen sind es aber nur noch drei Flüge pro Woche. Früher waren es einmal sieben wöchentliche Verbindungen.

Derzeit fliegen aus Europa neben Lufthansa noch Air France, Iberia, Tap und Conviasa (Wet-Lease mit Wamos Air) nach Venezuela. Das Angebot ist allerdings auf 5500 Sitze pro Woche geschrumpft. Zum Vergleich: nach Argentinien gibt es pro Woche 20.000 verfügbare Sitze, nach Kolumbien 18.000 und nach Ecuador 6.100.

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