Boeing 747-8 von Lufthansa in Frankfurt: Wie geht es weiter im Cockpit?

Offen für Rückkehr zur PPVLufthansa bereut Kündigung von Piloten-Vereinbarung

2021 kündigte Lufthansa ihre Perspektivvereinbarung mit Pilotinnen und Piloten. Nun gesteht das Management einen Fehler ein - und öffnet die Tür für eine Rückkehr.

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Was geschah in der deutschen Luftfahrt im Oktober 2017? Air Berlin stellte den Betrieb ein, wird wohl die häufigste Antwort auf diese Frage lauten. Doch es geschah noch etwas: Lufthansa und die Vereinigung Cockpit schlossen die Perspektivvereinbarung, kurz PPV.

In dieser PPV sagte das Lufthansa-Management den Pilotinnen und Piloten des Kernkonzerns zu, mit ihnen bis 2022 mindestens 325 Flugzeuge zu bereedern. Bis zu 600 Männer und Frauen sollten zudem bis dahin zu Kapitän:innen geschult und über 700 neue Pilot:innen eingestellt werden. Die PPV regelte zudem auch Vergütungsfragen.

Beiden Seiten mit Kündigungen

Im Dezember 2021 kündigte Lufthansa die Vereinbarung einseitig auf zum 30. Juni 2022. Man werde die Flottenzusage nicht einhalten können, begründete Lufthansa. Im Sommer 2022 sei eine Flotte von 325 Flugzeugen nicht realistisch. Und auch mittelfristig werde man angesichts der schwierigen Marktsituation nicht auf diesen Wert kommen.

In den kommenden sechs Monaten bleibe genug Zeit, um eine Anschlussvereinbarung zu verhandeln, erklärte der Konzern und hielt fest: «Wir rechnen nicht mit Streiks.» Als Reaktion kündigte die Vereinigung Cockpit den Vergütungstarifvertrag zum 30. Juni 2022.

Weg für Streiks ist nun frei

Der Sommer 2022 kam und vor allem die Nachfrage nach Urlaubsreisen kurbelte das Geschäft der Airlines wieder kräftig an. Lufthansa investiert in neue Flugzeuge und braucht Personal in den Cockpits. Im Rahmen der Verhandlungen um die Vergütung haben die Pilotinnen und Piloten in einer Urabstimmung den Weg für Streiks frei gemacht.

Und das Lufthansa-Management gesteht mittlerweile einen Fehler ein, wenn es um die Kündigung der PPV geht. «Wir haben damals - noch mitten in der Omikron-Welle - die Erholung des Flugverkehrs pessimistischer gesehen», sagt Lufthansa-Personalvorstand Michael Niggemann in einem konzerninternen Interview. «Dennoch hätten wir statt der Kündigung eine temporäre Lösung verhandeln sollen, wie beispielsweise eine mittelfristige krisenbezogene Absenkung der Flottenzusage. Das wäre besser gewesen.»

Lufthansa wieder offen für PPV

Die Alternative zu den aktuellen Verhandlungen über Vergütungs- und Manteltarifvertrag «ist daher eine Gesamtlösung mit der PPV», so Niggemann. «Wir sind dazu jedenfalls bereit.» Lufthansa zeigt somit Interesse an einer Wiederbelebung oder Neuauflage der Vereinbarung.

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