Mehr Ziele, mehr FliegerLot baut aus und warnt Star Alliance

Die polnische Nationalairlinebaut forsch aus. Um das Potenzial ausschöpfen zu können, fordert Lot aber Zugeständnisse von Star Alliance.

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Die polnische Nationalairline befindet sich eigentlich noch in der Restrukturierung. Doch das scheint Geschäftsführer Sebastian Mikozs erst recht zu motivieren. Erst gerade kündigte er an, bis 2020 die Flottengröße auf rund 100 Flugzeuge und die Passagierzahlen auf 10 Millionen zu verdoppeln sowie die Anzahl Flüge um 60 Prozent zu steigern.

Wie um zu beweisen, dass Mikozs es ernst meint, gibt Lot nun bekannt, im kommenden Jahr mehr als ein Dutzend neue Ziele in Europa anzufliegen. Außerdem will man mit höherer Frequenz nach New York und Chicago fliegen und auch in Asien neue Märkte erobern. Neu kommen als Destinationen ab 2016 Bangkok, Seoul und Tokio hinzu. Die Flüge in die japanische Hauptstadt starten bereits im Januar, die nach Thailand und Südkorea im Herbst. Noch in diesem Jahr, kündigt Mikosz an, werde man außerdem zwei weitere Ziele bekanntgeben.

Bestellt Lot weitere Dreamliner?

«Die neuen Langstreckendestinationen sind essentiell für unser Wachstum, daher müssen wir sie so schnell wie möglich anfliegen», erklärt Mikosz. Und er lobt dabei vor allem Boeing: Die Strecken, auf denen man mit dem Dreamliner unterwegs sei, seien die profitabelsten des Unternehmens.  Damit macht er Boeing Hoffnung, die Zahl von insgesamt acht bestellten Boeing 787 noch zu erweitern.

Denn die Flotte soll ja wachsen. Die erste Wachstumsphase werde man aber auch ohne neue Flieger stemmen so Mikosz. Er setzt für sein Wachstum auf Kundschaft aus dem «neuen Europa», wie man es bei Lot nennt. Das heißt in erster Linie: Osteuropa. Die Bevölkerung, so prognostiziert man, werde in den kommenden Jahren wachsen und auch wohlhabender werden.

Marktführer im «neuen Europa»

Der Markt für Langstreckenflüge in dem Bereich sei aber noch von niemandem abgedeckt, weil die dortigen Nationalanbieter größtenteils nur auf die Kurzstrecke ausgerichtet seien. Sie würden nicht fortschrittlich genug denken. Deshalb will jetzt Mikosz mit Lot zum Marktführer im «neuen Europa werden».

Lot gibt sich selbstbewusst und stellt auch Forderungen an die Über-Allianz Star Alliance, bei der die Polen Mitglied sind. Man würde zwar lieber im Bündnis bleiben, so Mikosz laut dem Fachportal Capa. Doch dafür müsste die Star Alliance Lot mehr Befugnisse und Macht geben.

Drohung an die Star Alliance

Die Drohung ist gar nicht so abwegig: Eigentlich müssen Mitglieder beim Verlassen des Bündnisses hohe Austrittsgebühren zahlen, die sich eine Airline in der Restrukturierung nicht unbedingt auch noch aufbürden würde. Eine Änderung in den Regeln der Allianz macht es aber möglich, bis zum 31. Dezember ohne diese Gebühren die Star Alliance zu verlassen.

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