Geparktes Lauda-Flugzeug in Wien: Die Airline ist unzufrieden mit den Umsätzen an Bord.

Lauda-Basis in Wien«Angesichts Ihrer Unfähigkeit und mangelnden Eigenmotivation»

Die Führung von Ryanair ist unzufrieden mit der Höhe der Bordverkäufe der Wiener Basis der Tochter Lauda. In harschem Ton werden die Mitarbeitenden aufgefordert, dies zu ändern.

Top-Jobs

Sparfell Logo

CAMO Engineer f/m/d (full time) in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Reiseleiter (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Griechenland
Spanien
Portugal
Top jobs
logo aerotelegraph rund

Journalist:in Militärluftfahrt und Verteidigung

Medien
aeroTELEGRAPH
Top jobs
Home Office
Lübeck

Safety Manager (m/w/d) am Flughafen Lübeck

Lübeck
Feste Anstellung
Flughafen Lübeck
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Billigairlines leben nicht nur von den Ticketeinnahmen. Die Zusatzeinkünfte - im englischen Branchenjargon ancillary revenue genannt – sind oftmals eine ebenso wichtige Einnahmequelle. Ryanair beispielsweise macht mit dem Verkauf von Essen, Getränken, Zollfreiartikeln aber vor allem auch Umbuchungen. Sitzreservierungen oder Gepäck rund 34 Prozent des Umsatzes. Was Wunder, dass die Manager nervös werden, wenn sich die Zusatzeinkünfte nicht so entwickeln wie gewünscht.

Das zeigt auch ein Schreiben des Chefs der Wiener Basis der Tochter Lauda an die 264 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Bordverkauf, das aeroTELEGRAPH vorliegt. In harschem Ton wird den Empfängern mitgeteilt, dass die geforderten Umsätze pro Flug nicht so hoch sind wie gewünscht. Anstatt wie gefordert durchschnittlich 1,70 Euro pro Passagier und Flug einzunehmen, erziele man aktuell nur einen Wert von  1,07 Euro, heißt es darin. Das sei «inakzeptabel für die Anzahl der Flüge und Passagiere, die wir haben».

Parfüms bringen mehr Umsätze

Und es geht weiter: «Dies zeigt mangelndes Engagement, mangelnde Führung in der Kabine von Ihrer Seite und mangelnde Einhaltung der bestehenden Verkaufsverfahren an Bord». Darum verschärfe man ab sofort die Regeln für den Bordverkauf, um die Erträge zu erhöhen. Das geschehe «angesichts Ihrer Unfähigkeit und mangelnden Eigenmotivation, Ergebnisse zu liefern».

So sind 30-minütige Post-Flight-Dienste geplant, unabhängig von der Ankunftszeit. Der Chef der Wiener Lauda-Basis wünscht weiter: «Nach Beendigung der Aufgaben an Bord und bei Anwesenheit der gesamten Crew muss der Senior mich direkt anrufen und die Ergebnisse des Tagesbetriebs präsentieren und begründen». Zusätzlich soll auf allen Flügen frisches Essen verkauft werden und am Ende des Tages soll kein Essen unverkauft bleiben, so der Base Manager. Ein besonderer Fokus soll auf den Verkauf von Parfums der Preisklasse 20 bis 30 Euro gelegt werden, da diese mehr Umsätze bringen.

Keine Entschuldigungen akzeptieren

Wird auf einem Flug während mehr als 15 Minuten nichts verkauft, wird das ab sofort untersucht. Abschließend wird den Mitarbeitern noch einmal nachdrücklich klar gemacht, dass man keine Entschuldigungen akzeptieren werde, sollten die gewünschten Erträge nicht erzielt werden: «Ich werde keine Rechtfertigung nach der Art ‹Die Passagiere haben geschlafen› oder ‹Die Passagiere waren nicht kaufwillig› oder ‹Die Passagiere hatten ihr eigenes Essen mit› akzeptieren», heißt es im Schreiben des Basis-Leiters.

Ryanair will zur Nachricht des Wiener Lauda-Vorgesetzten keine Stellung nehmen.

Mehr zum Thema

Airbus A320 von Lauda: Wird es künftig nicht mehr geben.

Lauda wechselt definitiv von Airbus A320 auf Boeing 737

Flieger von Lauda: Wohl nur noch fünf Flugzeuge in Wien.

Der schleichende Tod von Lauda

Boeing 737 von Ryanair: Überschuss an Piloten in Frankfurt.

Ryanair macht Druck auf Frankfurter Piloten

ticker-ryanair

Boeing 737 von Ryanair flog trotz Schaden an Triebwerksverkleidung weiter

Video

Das Doomsday Plane bei der Landung in Los Angeles. Rarer Vogel.
Erstmals seit Langem tauchte wieder eine Boeing E-4B öffentlich auf. Während der Ersatz für die Weltuntergangsflugzeuge der USA bereits entsteht, absolvierte der alternde fliegende Kommandoposten einen ungewöhnlichen Rundflug über das Land.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
alaska airlines
Die amerikanische Fluggesellschaft ist Boeing-Kundin durch und durch. Das zeigte sie bisher auch auf jedem ihrer Flugzeuge - mit der Aufschrift Proudly All Boeing. Nun hat Alaska Airlines ihren Slogan angepasst.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
alaska airlines 1282 ntsb boeing 737 max 9
Obwohl im Flug ein Loch im Rumpf einer Boeing 737 Max 9 von Alaska Airlines klaffte, landete die Crew das Flugzeug im Januar 2024 sicher. Jetzt klagt der Kapitän gegen den Flugzeughersteller.
Timo Nowack
Timo Nowack