Crew von Lauda: Die Corona-Krise verschlimmert die Lage der Fluglinie.

Schlechtere ArbeitsbedingungenLauda-Chefs stellen Angestellten ein Ultimatum

Die Führung der Billigairline fordert Lohneinbußen, Spesenverzicht und Weiteres von den Angestellten. Sonst übernehmen andere Töchter die Flüge von Lauda.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Lauda ging es schon vor der Corona-Krise schlecht. 139,5 Millionen Euro Verlust flog die österreichische Billigairline in ihrem ersten Geschäftsjahr ein, im zweiten wollte sie ein kleines Minus oder ein schwarze Null erreichen, musste aber die Prognose immer wieder nach unten korrigieren - zuletzt auf einen Fehlbetrag von 90 Millionen Euro. Deshalb startete sie im Januar ein dringendes Sparprogramm.

Doch dann kam die Corona-Krise und die Ryanair-Tochter musste ihre Flüge stoppen. Dadurch verschlimmert sich ihre Lage noch weiter. Das Management von Lauda fordert von den Angestellten deshalb noch mehr Verzicht. Eine der vorgeschlagenen Maßnahmen: Piloten sollen eine Lohnkürzung von 15 Prozent, Flugbegleiter eine solche von 5 Prozent akzeptieren.

Kündigungen Ende Mai

Damit ist es nicht getan. Die Ko-Chefs Andreas Gruber und David O'Brien fordern eine weitgehende Anpassung des Tarifvertrages. Sie kündigen in einem Schreiben an die Angestellten auch an, dass alle indirekten Spesen gestrichen, Lohnuntergrenzen aufgegeben, bestehende Lohnklassen annulliert, Privilegien aus Vor-Niki-Zeiten gestrichen und andere Ineffizienzen beseitigt werden sollen. Im Gegenzug würden die Einsatzpläne und Zahlungen für absolvierte Flüge verbessert.

Viel Zeit lassen die Chefs den Angestellten und der Gewerkschaft Vida als ihre Vertretung nicht. Bis zum 21. Mai müsse man das Einverständnis für die Änderungen haben, schreiben sie. Wenn das nicht passiere, sehe man sich gezwungen, Ende Mai die Wiener Basis zu schließen. Alle Piloten und Flugbegleitern würden dann unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften gekündigt.

Nicht das erste Mal

Aufgeben will Ryanair Wien nicht. Man könne zum einen die bereits in Wien stationierte Boeing 737 von Ryanair nutzen, um Flüge ab der österreichischen Hauptstadt anzubieten und andererseits viele Strecken vom anderen Ende aus anbieten. Wien - Barcelona würde dann beispielsweise von Crews aus Spanien bedient.

Es ist nicht das erste Mal, dass Lauda und Ryanair den Wiener Angestellten drohen. Mehrmals brachten sie das Szenario ins Spiel, dass andere Tochterfirmen wie Buzz aus Polen oder Malta Air die Flüge ab Wien übernehmen könnten. Bis zur Veröffentlichung des Artikels nahm Lauda keine Stellung zur Sachlage.

Mehr zum Thema

<strong>Lauda Europe</strong> schafft nur magere <strong>29 Punkte</strong>.

Lauda startet dringendes Sparprogramm

Über den ganzen Rumpf zieht sich eine rote Linie.

Lauda droht Mitarbeitern mit Ryanair-Basis in Wien

Airbus A330 von Sir Lankan Airlines in Colombo: Die Fluglinie will mehr Langstreckenjets.

Sri Lankan Airlines will forsch wachsen - doch es fehlen Flugzeuge

Ryanair: Wie viele Flugzeuge hat die Airline-Gruppe?

Können Sie diese Falschaussagen über die Luftfahrt aufdecken?

Video

Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.
Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
boeing 787 dreamliner fenster knopf
Die Boeing 787 hat elektronisch dimmbare Kabinenfenster. Die Knöpfe für deren Bedienung müssen jedoch immer wieder ersetzt werden - auch, weil Fluggäste unnötig häufig drücken.
Timo Nowack
Timo Nowack
Ilyushin Il-114-300: Nur eingeschränkt zugelassen
Die russische Luftfahrtbehörde hat der Ilyushin Il-114-300 die Musterzulassung erteilt. Doch der Schritt hat einen Haken: Das neue Regionalflugzeug darf zunächst nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen abheben.
Laura Frommberg
Laura Frommberg