Rang 6 (5): Lufthansa. 3,2 Milliarden, - 2,3 Prozent

Lufthansas Zitterpartie in Südamerika

Die Airline drängt LAN/TAM zu einem schnellen Entscheid für oder gegen die Star Alliance. Für Lufthansa geht es um viel.

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Heute suchen die Europäer in Südamerika nicht mehr nach dem sagenumwobenen Goldschatz von Eldorado. Sie suchen um die Freundschaft der Einheimischen. Das gilt insbesondere für die Luftfahrtunternehmen. Jeder will mit seiner Allianz auf dem Kontinent stärker Fuß fassen, der gerade ein stürmisches Wirtschaftswachstum erlebt. Mit dem Boom einher geht eine wachsende Mittelschicht, die sich zunehmend Flugreisen statt lange Busfahrten leisten kann. Und so erwartet Boeing bis 2030 ein jährliches Wachstum der Passagierzahlen auf Flügen innerhalb Südamerikas von 7 Prozent. Auch auf den Routen vom Kontinent nach Nordamerika und Europa wachsen die Reisen gemäß den Prognosen des Flugzeugbauers jährlich mit 7 beziehungsweise 4 Prozent.

Und so hat sich die Allianz Oneworld schon vor elf Jahren die chilenische LAN als Mitglied gesichert. Die Erzrivalin Star Alliance unter Führung der Lufthansa stand nach dem Konkurs der brasilianischen Nationalairline Varig lange ohne lateinamerikanischen Partner da, schnappte sich dann aber 2010 die brasilianische TAM. Und genau diese Konstellation wird nun für beide Bündnisse zum Problem. Denn seit die chilenischen Wettbewerbsbehörden die Fusion von LAN und TAM zur Latam Mitte September nur unter Auflagen bewilligten, riskiert eine der beiden Allianzen, bald mit leeren Händen dazustehen. Denn die LAN und TAM müssen sich gemäß den Vorgaben der Aufseher für ein Bündnis entscheiden. «Wir hoffen, dass wir Latam überzeugen können, dass Star Alliance für sie die beste Allianz ist» sagte Lufthansa-Chef dieses Wochenende gemäß dem Fachportal Aviation Week. Es brauche hier eine schnelle Entscheidung.

Zwei Rivalen

Lufthansa und Star Alliance legten sich aber in diesem Spiel selbst Steine in den Weg. Sie akzeptierten 2010 auch die kolumbianisch-elsalvadoranische Avianca-Taca zur Mitgliedschaft ein. Der Schritt soll im Mai 2012 vollzogen werden. Doch wenn nun Latam zur Star Aliance stösst, käme es innerhalb des Bündnisses zum Aufeinandertreffen zweier Rivalen. LAN agiert in Kolumbien mit einer eigenen Tochter, die direkt Avianca angreift. Es ist daher wahrscheinlicher, dass entweder Latam Oneworld wählt - oder Star Alliance Avianca-Taca höflich loszuwerden versucht. Sicher ist, dass Latam mit LAN und TAM der weitaus attraktivere Partner ist. Aber noch ist offen, ob die Deutschen oder die Briten diesen Goldschatz heben werden.

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