Korean Air hat eine neue Drohne entwickelt, die bei der Inspektion ihrer Flugzeuge helfen soll und ...

Inspektion von FlugzeugenKorean setzt auf Drohnenschwärme, Lufthansa zögert

Die Lufthansa-Gruppe hat ein Projekt mit Wartungsdrohnen nicht abgeschlossen. Auch andere Fluglinien zögern. Korean Air plant dagegen den Einsatz im Schwarm.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Sie sind 5,5 Kilogramm schwer und fliegen im Schwarm: Korean Air hat neue Drohnen entwickelt, die bei der Inspektion ihrer Flugzeuge zum Einsatz kommen. «Während Wartungsspezialisten früher den Flugzeugrumpf aus einer Höhe von bis zu 20 Metern visuell überprüfen mussten, verbessern Drohnen-Inspektionen die Sicherheit am Arbeitsplatz und ermöglichen eine höhere Genauigkeit und Geschwindigkeit», so Korean.

Die Hochleistungskameras der Drohnen können Objekte mit einer Größe von bis zu einem Millimeter erkennen und so auch Mikro-Defekte aufspüren, die von oben mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Als erste Airline weltweit setzt Korean Drohnen im Schwarm ein.

Deutlich schnellere Inspektionen

«Der Flugzeugrumpf kann mit vier dieser Drohnen gleichzeitig inspiziert werden», erklärt die Fluggesellschaft. Die übliche Zeit für visuelle Inspektionen würde so von etwa zehn Stunden auf rund vier Stunden reduziert. Die südkoreanische Fluggesellschaft will die Technik nun weiter testen und verbessern und dann 2023 offiziell einführen.

Während Korean Air ihr Alleinstellungsmerkmal im Schwarmeinsatz sieht, hält die Fluglinie generell fest: «Die Inspektion von Flugzeugen mit Drohnen hat die Wartungsnormen verändert und wird von Fluggesellschaften auf der ganzen Welt eingeführt.» Doch wie sieht es in dieser Hinsicht in Europa und speziell in den deutschsprachigen Ländern aus?

Erst Easyjet, dann Austrian Airlines

Easyjet hatte schon 2014 Drohnen getestet, damals zuerst ferngesteuert, um mit deren Kameras mögliche Schäden an Jets zu entdecken. Dennoch sind die kleinen Fluggeräte nicht standardmäßiger Teil der Wartung geworden. «Easyjet hat Versuche zur Wartung mit Drohnen durchgeführt und mit Partnern an der Entwicklung dieser Technologie gearbeitet», so eine Sprecherin. «Die Covid-19-Pandemie hat das Projekt jedoch pausiert und Easyjet wird die Fortsetzung der Versuche zu gegebener Zeit neu bewerten.»

2019 startete auch Austrian Airlines einen Test. Dabei flog eine Drohne sämtliche Bereiche des Flugzeuges selbständig ab und nahm jede Sekunde ein hochauflösendes Bild auf. Eine Software erkannte dabei automatisch Schäden an Struktur und Lack des Fliegers. Das technische Personal begutachtete die Schäden dann an einem Tablet.

Pandemie unterbricht Drohnen-Projekte

Laufe der Test bei Austrian gut, könnten die Wartungsdrohnen auch eine Zukunft bei anderen Airlines der Lufthansa-Gruppe haben, hieß es damals. Doch was wurde daraus? «Insgesamt wurden bisher 50 Flugzeuge inspiziert», sagt eine Austrian-Sprecherin. «Dabei wurden 220 Flüge - circa 50 Kilometer - mit über 1500 Flugminuten durchgeführt.» Dabei seien knapp 70.000 Aufnahmen entstanden und auch das Verfahren verbessert worden.

So stellte Austrian Airlines 2019 ihr Drohnen-Projekt vor.

Nun liegt das Projekt aber zumindest auf Eis. «Aufgrund der Pandemie und Kurzarbeit wurden alle nicht betrieblich notwendigen Projekte stillgelegt», erklärt die Sprecherin. «Da das Projekt somit noch nicht vollständig abgeschlossen wurde, wurde es noch nicht für einen großflächigen Einsatz in der Gruppe evaluiert.» Man behalte den wachsenden Markt der Inspektionsdrohnen und Neuerungen in diesem Bereich aber im Auge.

Tui und Condor prüfen Einsatz von Drohnen

Für andere Fluggesellschaften in Deutschland könnte das Thema von Interesse sein, wenn die Corona-Krise überwunden ist. «Bei Tui Airline setzen wir Drohnen noch nicht ein, prüfen dies aber für die Zukunft», sagt ein Tui-Sprecher. Ebenfalls noch nicht im Einsatz sind Drohnen bei Condor und deren Tochter Condor Technik, allerdings prüfe man, ob dies eine Option für die Zukunft sein könnte, so eine Sprecherin des Ferienfliegers.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Drohnen von Korean Air und Austrian Airlines.

Mehr zum Thema

Boeing investiert in Drohnen-Wartungsanbieter

Boeing investiert in Drohnen-Wartungsanbieter

Die Drohne neben dem Heck eins Airbus-Jets von Austrian Airlines. Sie nimmt jede Sekunde ein hochauflösendes ...

Austrian checkt Flugzeuge jetzt per Drohne

Drohne von Coptercraft: Die britische Firma entwickelt für Easyjet ein unbemanntes Wartungsflugzeug.

Drohnen helfen Easyjet zu sparen

ticker-easyjet

Easyjet kündigt 18 neue Strecken ab Großbritannien an

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren – und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier