Korean Air hat eine neue Drohne entwickelt, die bei der Inspektion ihrer Flugzeuge helfen soll und ...

Inspektion von FlugzeugenKorean setzt auf Drohnenschwärme, Lufthansa zögert

Die Lufthansa-Gruppe hat ein Projekt mit Wartungsdrohnen nicht abgeschlossen. Auch andere Fluglinien zögern. Korean Air plant dagegen den Einsatz im Schwarm.

Top-Jobs

Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Flightkeys

Subject Matter Expert (f/m/o)

Vienna
Feste Anstellung
Luftfahrttechnologie
Flightkeys GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Sie sind 5,5 Kilogramm schwer und fliegen im Schwarm: Korean Air hat neue Drohnen entwickelt, die bei der Inspektion ihrer Flugzeuge zum Einsatz kommen. «Während Wartungsspezialisten früher den Flugzeugrumpf aus einer Höhe von bis zu 20 Metern visuell überprüfen mussten, verbessern Drohnen-Inspektionen die Sicherheit am Arbeitsplatz und ermöglichen eine höhere Genauigkeit und Geschwindigkeit», so Korean.

Die Hochleistungskameras der Drohnen können Objekte mit einer Größe von bis zu einem Millimeter erkennen und so auch Mikro-Defekte aufspüren, die von oben mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Als erste Airline weltweit setzt Korean Drohnen im Schwarm ein.

Deutlich schnellere Inspektionen

«Der Flugzeugrumpf kann mit vier dieser Drohnen gleichzeitig inspiziert werden», erklärt die Fluggesellschaft. Die übliche Zeit für visuelle Inspektionen würde so von etwa zehn Stunden auf rund vier Stunden reduziert. Die südkoreanische Fluggesellschaft will die Technik nun weiter testen und verbessern und dann 2023 offiziell einführen.

Während Korean Air ihr Alleinstellungsmerkmal im Schwarmeinsatz sieht, hält die Fluglinie generell fest: «Die Inspektion von Flugzeugen mit Drohnen hat die Wartungsnormen verändert und wird von Fluggesellschaften auf der ganzen Welt eingeführt.» Doch wie sieht es in dieser Hinsicht in Europa und speziell in den deutschsprachigen Ländern aus?

Erst Easyjet, dann Austrian Airlines

Easyjet hatte schon 2014 Drohnen getestet, damals zuerst ferngesteuert, um mit deren Kameras mögliche Schäden an Jets zu entdecken. Dennoch sind die kleinen Fluggeräte nicht standardmäßiger Teil der Wartung geworden. «Easyjet hat Versuche zur Wartung mit Drohnen durchgeführt und mit Partnern an der Entwicklung dieser Technologie gearbeitet», so eine Sprecherin. «Die Covid-19-Pandemie hat das Projekt jedoch pausiert und Easyjet wird die Fortsetzung der Versuche zu gegebener Zeit neu bewerten.»

2019 startete auch Austrian Airlines einen Test. Dabei flog eine Drohne sämtliche Bereiche des Flugzeuges selbständig ab und nahm jede Sekunde ein hochauflösendes Bild auf. Eine Software erkannte dabei automatisch Schäden an Struktur und Lack des Fliegers. Das technische Personal begutachtete die Schäden dann an einem Tablet.

Pandemie unterbricht Drohnen-Projekte

Laufe der Test bei Austrian gut, könnten die Wartungsdrohnen auch eine Zukunft bei anderen Airlines der Lufthansa-Gruppe haben, hieß es damals. Doch was wurde daraus? «Insgesamt wurden bisher 50 Flugzeuge inspiziert», sagt eine Austrian-Sprecherin. «Dabei wurden 220 Flüge - circa 50 Kilometer - mit über 1500 Flugminuten durchgeführt.» Dabei seien knapp 70.000 Aufnahmen entstanden und auch das Verfahren verbessert worden.

So stellte Austrian Airlines 2019 ihr Drohnen-Projekt vor.

Nun liegt das Projekt aber zumindest auf Eis. «Aufgrund der Pandemie und Kurzarbeit wurden alle nicht betrieblich notwendigen Projekte stillgelegt», erklärt die Sprecherin. «Da das Projekt somit noch nicht vollständig abgeschlossen wurde, wurde es noch nicht für einen großflächigen Einsatz in der Gruppe evaluiert.» Man behalte den wachsenden Markt der Inspektionsdrohnen und Neuerungen in diesem Bereich aber im Auge.

Tui und Condor prüfen Einsatz von Drohnen

Für andere Fluggesellschaften in Deutschland könnte das Thema von Interesse sein, wenn die Corona-Krise überwunden ist. «Bei Tui Airline setzen wir Drohnen noch nicht ein, prüfen dies aber für die Zukunft», sagt ein Tui-Sprecher. Ebenfalls noch nicht im Einsatz sind Drohnen bei Condor und deren Tochter Condor Technik, allerdings prüfe man, ob dies eine Option für die Zukunft sein könnte, so eine Sprecherin des Ferienfliegers.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Drohnen von Korean Air und Austrian Airlines.

Mehr zum Thema

Boeing investiert in Drohnen-Wartungsanbieter

Boeing investiert in Drohnen-Wartungsanbieter

Die Drohne neben dem Heck eins Airbus-Jets von Austrian Airlines. Sie nimmt jede Sekunde ein hochauflösendes ...

Austrian checkt Flugzeuge jetzt per Drohne

Drohne von Coptercraft: Die britische Firma entwickelt für Easyjet ein unbemanntes Wartungsflugzeug.

Drohnen helfen Easyjet zu sparen

ticker-easyjet

Easyjet nimmt Verbindung Berlin - Mailand-Malpensa wieder auf

Video

santa monica douglas dc 3 monument
Er ist mehr als 100 Jahre alt, doch Ende 2028 wird er schließen. Der Flughafen Santa Monica in Kalifornien war zwar nie ein großer Verkehrsflughafen, aber dennoch historisch bedeutsam.
Timo Nowack
Timo Nowack
wrack bombardier crj 900 ntsb
Die Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat neues Videomaterial zum Zusammenstoß einer Bombardier CRJ 900 von Air Canada mit einem Feuerwehrauto am New Yorker Flughafen LaGuardia veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen, wie heftig die Kollision war.
Timo Nowack
Timo Nowack
michael rousseau air canada
Nach dem tödlichen Unglück einer Bombardier CRJ 900 am New Yorker Flughafen La Guardia brachte der Chef von Air Canada sein Mitgefühl zum Ausdruck - allerdings nur auf Englisch. Nun kommt von hochrangiger Stelle eine Rücktrittsforderung - auch, weil es nicht der erste sprachliche Fauxpas ist.
Timo Nowack
Timo Nowack