Boeing 767 von Condor: Exilkubaner könnten theoretisch in den USA gegen die Airline klagen.

Eurowings und Condor betroffenMacht neues US-Gesetz deutschen Airlines Probleme?

Risiko in der Karibik: Die USA haben ein Gesetz in Kraft gesetzt, mit dem enteignete Exil-Kubaner gegen Airlines klagen können, die Havanna anfliegen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Lopez Regueiro war sechs Jahre alt, als es passierte. Fidel Castro und seine Kämpfer übernahmen 1959 die Macht in Kuba. Der Vater des Jungen musste in der Folge seine Airline Cubana de Aviación an die Regierung abgeben. Doch nicht nur die Fluglinie wurde nach der Revolution verstaatlicht. Auch der Flughafen Havanna der Regueiros wurde vom revolutionären Kuba zum Staatseigentum gemacht.

Sechzig Jahre später behauptet der in die USA geflohene Exil-Kubaner noch immer, der rechtmäßige Erbe und Besitzer beider Unternehmen zu sein. Jetzt kann Rugeiro zum ersten Mal versuchen, sich auch auf dem Rechtswege zu wehren. Denn das Justizministerium der USA gestattet vertriebenen Kubanern mit US-Pass neuerdings, die Regierung Kubas und Nutzer staatlicher kubanischer Einrichtungen auf Entschädigung zu verklagen.

Gerichtlicher Rundumschlag

Präsident Donald Trump hat das 1996 eingeführte, aber suspendierte Helms-Burton-Gesetz im April zur Umsetzung freigegeben. Dies könnte auch für Fluglinien aus Deutschland und der Schweiz zum Problem werden. Denn Rugeiro will nicht nur wegen der Enteignung der mittlerweile größten Fluglinie des Landes sowie des José Martí International Airport entschädigt werden. Der mittlerweile 65-Jährige plant, auch gegen alle Airlines zu klagen, die den Airport von Havanna anfliegen, schreibt die Nachrichtenseite Yahoo News.

In diesen Kreis fallen mit Eurowings, Condor und Edelweiss nun auch drei Ferienflieger aus Deutschland sowie der Schweiz. Für europäische Unternehmen könnten die neue Regelung durchaus ein beachtliches Risiko darstellen, schreibt die Berliner Wirtschaftskanzlei Noerr. Laut Sicht der US-Regierung seien ausländische Firmen vermeintliche Nutznießer der staatlichen Enteignungen, die sie nach wie vor als illegal ansieht - so auch Airlines, welche die Infrastruktur der staatlichen Flughäfen nutzen. Daher könnte gegen sie geklagt werden.

Ferienflieger bleiben ruhig

Doch noch ist völlig unklar, wie die amerikanischen Gerichte mit den Ansprüchen umgehen werden. Manche Fälle könnten sich als sehr kompliziert erweisen. Denn es gibt bisher keine Präzedenzfälle, schreibt die Kanzlei Noerr weiter.

Bei Eurowings sieht man denn derzeit auch keinen Grund zur Sorge. Gegenüber aeroTELEGRAPH erklärt eine Sprecherin, dass bisher noch keine Klage eingegangen sei. Auch sehe man derzeit keinen Grund, an den bisherigen Verbindungen nach Havanna etwas zu verändern. Jedoch beobachte Eurowings die regulatorischen Entwicklungen im Hinblick auf die Gesetzesänderungen stets sorgfältig, so die Sprecherin.

Kurzes Tauwetter unter Obama

Ähnlich bewertet man die Lage bei Condor. Der Ferienflieger hat die Situation in den Vereinigten Staaten ebenfalls zur Kenntnis genommen und schätzt das Risiko von möglichen Klagen als eher gering ein, so ein Sprecher gegenüber aeroTELEGRAPH. Auch Condor hält deshalb an ihren Flügen nach Kuba fest.

International ist die Gesetzesänderung sehr umstritten. Sie ist eine Folge der Sanktionspolitik der Trump-Regierung, die damit auf Kubas Unterstützung für das venezolanische Regime reagiert. Vorgänger Barack Obama hatte zuvor auf Entspannung gesetzt. Nach einem fast 60-jährigen Embargo setzten die beiden Länder wieder auf Öffnung. Dies lockte auch viele Airlines nach Kuba. Doch nun könnten ausländische Investoren durch drohende Klagen abgeschreckt werden.

Mehr zum Thema

An-158 von Cubana: Ersatzteil-Probleme mit dem Flieger.

Cubana gehen die Flugzeuge aus

Kuba-Flüge von Alaska Airlines: Bald – zumindest zunächst – Geschichte.

Alaska Airlines stellt Kuba-Flüge ein

Antonov AN-26 von Aerogaviota: Eine Maschine dieses Typs ist abgestürzt.

Antonov An-26 in Kuba abgestürzt

Anflug: Heute landen wir auf einem Inselflughafen.

Wie gut kennen Sie sich mit Inselflughäfen aus?

Video

2005: Boeing 737-800 (VH-XZJ) «Mendoowoorrji»
Rund 13 Jahre lang flog die Boeing 737 namens Mendoowoorrji mit einem Aborigine-Kunstwerk auf dem Rumpf um die Welt. Nun wird das Flugzeug von Qantas umlackiert, ganz verschwindet die Geschichte aber nicht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Special Olympics Airlift 2025: Zahlreiche Jets nehmen an der Aktion teil.
Vom 20. bis 26. Juni finden die Special Olympics USA Games statt. Zur Anreise können die Athletinnen und Athleten den Special Olympics Airlift nutzen, bei dem Flugzeugbesitzer ihre Flieger kostenlos zur Verfügung stellen. Erstmals ist auch eine Boeing 777 dabei.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
König Felipe VI. und Prinzessin Leonor: Flogen gemeinsam.
Prinzessin Leonor befindet sich auf der letzten Etappe ihrer militärischen Ausbildung. Ein Höhepunkt folgte nun in San Javier: Die spanische Thronfolgerin flog gemeinsam mit König Felipe VI. in einer Formation – mit einer Pilatus PC-21.
gerard al fil
Gérard Al-Fil