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Kingfisher in der Abwärtsspirale

Schulden, Streik, eingefrorene Konten: Der indischen Airline geht es schlechter denn je. Verantwortlich macht sie die Regierung.

Kingfisher Airlines

Jet von Kingfisher: Trotz Schreckensnachrichten optimistisch.

Auch wenn Kingfisher immer wieder versuchte, optimistisch zu klingen – alle Meldungen, die derzeit wieder in den Medien verbreitet werden, zeichnen ein desaströses Bild. Die Fluggesellschaft befindet sich in einer Abwärtsspirale. Weniger Flüge in Verbindung mit weiter hohen Kosten für Treibstoff und Zinskosten für ausstehende Kredite haben den Verlust der Fluggesellschaft im vergangenen Jahr auf ein Rekordniveau getrieben. Umgerechnet etwa 165 Millionen Euro verlor die Airline zwischen Januar und März. Ein Jahr zuvor hatte der Verlust nur ein Viertel so viel betragen. Noch vor einem Jahr war Kingfisher die vom Marktanteil her zweitgrößte Airline des Landes. Heute ist sie die kleinste.

Inzwischen hat Kingfisher so ziemlich bei jedem Schulden, bei dem man Schulden haben kann: Leasingpartner, Flughäfen, Banken, Wartungsunternehmen, dem Staat – nicht einmal die Löhne der eigenen Angestellten kann die Airline regelmäßig zahlen, Was in den letzten Monaten immer wieder in Streiks und damit noch mehr Flugausfällen mündete. Die Airline fliegt momentan mit einer stark reduzierten Flotte: Nur 16 der 66 Flieger heben ab. Die Konten fror die Steuerbehörde von Indien zum zweiten Mal in diesem Jahr ein, da die Zahlungen schon wieder seit zwei Wochen ausstehen, heißt es laut dem Fernsehsender NDTV. Um irgendwie wieder an Geld zu kommen, verkauft Kingfisher inzwischen sogar ihre Immobilien. Wie die Wirtschaftszeitung The Hindu Business Line berichtet, steht das Bürogebaude in Mumbai nun zum Verkauf.

Appell an die Regierung

Aber aufgeben will der Besitzer und Multimilliardär Vijay Mallya nicht. Man bleibe dabe, dass sich der Rekapitalisierungsplan auf Kurs befinde. Schon in den nächsten zwölf Monaten werde man wieder das gewohnte Flugangebot bieten können, heißt es in einer Mitteilung der Airline. Doch damit das Ziel realistisch bleibt, fordert Mallya auch die Regierung zum Handeln auf. Das Land brauche ein überholtes Luftfahrtgesetz, erklärte er laut der Zeitung The Hindu bei einem Branchentreffen. Hohe Steuern und Abgaben, dabei gleichzeitig restriktive Gesetze, was die Finanzierung von Airlines angehe, würden ein gesundes Wachstum unmöglich machen. Nun solle die Regierung handeln und klare und hilfreiche Richtlinien schaffen.

Nicht nur Kingfisher leidet unter dem schwierigen Marktumfeld. Alle indischen Airlines verbuchten im vergangenen Quartal höhere Verluste. Auf der Kippe steht auch die Nationalairline Air India. Wegen der schlechten Arbeitsbedingungen traten bei ihr immer wieder Piloten und Kabinenpersonal in Streik oder meldeten sich krank. Laut dem Portal Daily News kostete das Air India insgesamt 63 Millionen Dollar. Konzernchef Rohit Nandan warnte erst gestern Samstag (2. Juni), dass man nicht überleben könne, wenn die Streiks in diesem Ausmaß weitergehen.



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