Boeing 737 Max von Gol: Die brasilianische Kartellbehörde äußert Zweifel an der Fusion mit Azul.

Brasiliens neue Nummer einsKartellbehörde: Fusion von Azul und Gol «nahezu unmöglich»

Die beiden brasilianischen Fluglinien wollen fusionieren und zur Nummer eins im Land aufsteigen. Die Absichten von Gol und Azul rufen die Kartellbehörde auf den Plan.

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Brasilien ist der achtgrößte Luftfahrtmarkt der Welt. Laut Schätzungen der Iata wird die Zahl der Passagiere im größten südamerikanischen Land in den kommenden 14 Jahren auf rund 210 Millionen pro Jahr steigen. Doch den brasilianischen Fluggesellschaften geht es wirtschaftlich schlecht. Teueres Kerosin, enorme Steuern und Abgaben, der schwache Real sowie eine klagefreudige Kundschaft drücken die Margen auf ein Minimum.

Lange wurde spekuliert, nun wird es konkret: Azul, die drittgrößte Fluggesellschaft Brasiliens, plant eine Fusion mit der zweitgrößten Gol. Am 16. Januar unterzeichneten beide Unternehmen nach monatelangen Verhandlungen eine Absichtserklärung zur Zusammenführung ihrer Geschäfte in Brasilien. Kommt es zu der Fusion würde das größte Luftfahrtunternehmen des Landes mit einem Marktanteil von rund 60 Prozent entstehen.

Ohne Auflagen geht zwischen Azul und Gol gar nichts

Der Zusammenschluss könne neue Arbeitsplätze schaffen und die Anbindung an über 200 brasilianische Städte verbessern, so die Erklärung von Azul und Abra, der Holding zu der Gol neben Avianca gehört. Die Streckennetze der beiden Airlines ergänzten sich zu etwa 90 Prozent. Trotz Zusammenführung sollen beide Marken und ihre unabhängigen Luftverkehrsbetreiberzeugnisse aber erhalten bleiben.

Doch gegen die geplante Fusion regt sich Widerstand. Die brasilianische Kartellbehörde Conselho Administrativo de Defesa Econômica, kurz Cade, hält es für «nahezu unmöglich», dass die Fusion der beiden großen brasilianischen Airlines genehmigt wird – zumindest ohne Auflagen.

Prüfung könnte viel Zeit in Anspruch nehmen

Laut brasilianischen Medienberichten haben Vertreter von Azul und Gol bereits Gespräche mit der Kartellbehörde aufgenommen. Der Hauptkritikpunkt ist die Marktkonzentration, die durch die Fusion entstehen würde. Aber auch die Überschneidungen im Streckennetz sorgen für Bedenken. «Es ist falsch, zu behaupten, es gebe einen einheitlichen Binnenmarkt. Aus kartellrechtlicher Sicht betrachten wir Hunderte von Märkten und Routen – und diese werden wir einzeln prüfen», erklärte eine mit der Angelegenheit vertraute Quelle.

Die Kartellbehörde rechnet damit, dass die Prüfung vor allem eines benötigen wird: Zeit. Eine Entscheidung wird voraussichtlich erst kurz vor Jahresende fallen. Zu diesem Zeitpunkt wird die Behörde jedoch einen neuen Vorsitzenden haben, da die Amtszeit des derzeitigen Präsidenten Alexandre Cordeiro im Juli 2025 endet. Auch dieser Wechsel könnte die Fusion weiter verzögern.

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