WC-Papier: Wertvolles Gut.

SparenKabinenpersonal von Aeroflot muss über WC-Papier wachen

Die russische Nationalairline hat Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter angewiesen, über die Bestände an WC-Papier an Bord genau zu wachen und Buch zu führen. Dahinter dürfte Spardruck bei Aeroflot stecken.

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In Zeiten der Sowjetunion und auch in den ersten Jahren nach ihrem Untergang kam es immer wieder zur Knappheit der besonderen Art. Vor allem in ländlicheren Regionen konnte es passieren, dass es in den Läden kein Toilettenpapier zu kaufen gab. Und so mussten sich die Bürgerinnen und Bürger mit vorausschauendem Horten oder mit Zeitungspapier behelfen.

Das ist im heutigen Russland ganz anders. Dennoch sorgt sich Aeroflot offensichtlich um die Bestände an Toilettenpapier. Die russische Nationalairline hat seine Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter angewiesen, WC-Papier, aber auch Servietten und Papierhandtücher, an Bord genau im Auge zu behalten, wie das über Telegram verbreitete Nachrichtenportal Baza schreibt.

Zählen und dann versiegeln

Man solle Bestände nur auffüllen, wenn das Material wirklich aufgebraucht worden sei. Ersatzrollen dürften niemals in zugänglichen Bereichen gelagert werden, heißt es von Aeroflot weiter. Das ist nicht alles. Nach der Landung muss alles unbenutzte Material gezählt, versiegelt und dem Bodenpersonal ausgehändigt werden, so die Fluggesellschaft im Schreiben an das Kabinenpersonal.

Vorerst handelt es sich nur um einen Test in der laufenden Woche und nur auf den Flügen zwischen Moskau und Antalya sowie Istanbul. Doch die Maßnahme könne auch auf Dauer eingeführt werden, so Aeroflot. Ob Sparmaßnahmen der Grund für die Anweisung sind, ist nicht klar, aber wahrscheinlich.

Aeroflot braucht frisches Geld

Diese Woche gab die Fluggesellschaft eine Kapitalerhöhung bekannt. Sie will bis zu 185,2 Milliarden Rubel (3 Milliarden Euro) durch die Ausgabe neuer Aktien einnehmen. Will der Staat, der gemäß den neuesten verfügbaren Angaben 57 Prozent der Aktien hält, seinen Anteil nicht verkleinern, muss er also mindestens 1,7 Milliarden investieren. Da viele private und professionelle Anteilseigner bei der Kapitalerhöhung aber wohl nicht mitmachen werden, dürfte die staatliche Investition deutlich höher ausfallen.

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