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Itapemirim

Abu Dhabi finanziert neue Airline in Brasilien

Das Busunternehmen Itapemirim will eine eigene Fluggesellschaft gründen. Die Pläne sind schon sehr konkret. Geld dafür bekommt es aus den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Itapemirim

Bus von Itapemirim: Das Gelb soll bald auch auf Flugzeugen prangen.

Das Ziel war klar: Geschäfte anbahnen. 50 Businessleute aus Brasilien reisten vergangene Woche zusammen mit Vertretern der Politik in die Vereinigten Arabischen Emirate. Einer, der auf der Visite besonders erfolgreich war, ist Sidnei Piva. Er leitet mit Viação Itapemirim eines der ältesten Busunternehmen in Brasilien, das jährlich 3,2 Millionen Passagiere in 22 Bundesstaaten befördert.

Piva will mit Itapemirim eine eigene Fluggesellschaft gründen. Und wie er nach dem Besuch am Persischen Golf erklärte, bekommt er dabei Unterstützung von dort. Der Staatsfonds von Abu Dhabi – die Abu Dhabi Investment Authority oder Mubadala – werde 500 Millionen Dollar in das Projekt investieren, so der Manager gegenüber der Zeitung Folha de São Paulo.

Flieger von Bombardier

Der Chef von Itapemirim scheint schon sehr klare Vorstellungen zur Fluggesellschaft zu haben. Die Flotte soll dereinst aus 35 Bombardier-Flugzeugen bestehen, erklärte er. Ein Teil soll rund 80 Passagieren Platz bieten, der andere rund 100. Den ersten Flieger will Piva im Jahr 2021 übernehmen.

Auch wenn der Chef von Itapemirim das Modell nicht nannte, deuten seine Hinweise auf Dash 8-400 oder CRJ900 sowie CRJ1000 hin. Eine entsprechende Bestellung habe man bereits aufgegeben, so Piva. Neue CRJ kann man jedoch nicht mehr kaufen, da das Programm eingestellt wurde und 2021 die letzte bestellte Maschine ausgeliefert wird.

Bereits Branchenerfahrungen

Itapemirim will mit dem Geld eine ganz spezielle Billigairline auf die Beine stellen. Sie soll zusammen mit den Bussen ein integriertes Reiseangebot für Passagiere, aber auch für Fracht bieten. Zugleich will es bei der Privatisierung von 21 regionalen Flughäfen mitbieten, die der Bundesstaat São Paulo in den kommenden Monaten versteigern will.

Erfahrung in der Luftfahrt hat das Unternehmen bereits. Im Jahr 1991 startete es mit Itapemirim Transportes Aéreos eine Frachtairline, die kurzzeitig auch Passagiere beförderte. Doch im Jahr 2000 stellte sie den Betrieb wieder ein. 2017 wollte Itapemirim die Regionalairline Passaredo kaufen, doch geriet selbst in finanzielle Schwierigkeiten und der Deal wurde annulliert.

Kein ganz neues Konzept

Versuche von Verbindungen von Transportunternehmen und Airlines gab es bereits an einigen Orten auf der Welt. In Südafrika wollte die Vereinigung der Taxifahrer 2011 mit Santaco Airlines eine eigene Fluggesellschaft gründen, die neue Bevölkerungsschichten ansprechen sollte. Das Projekt hob aber nie ab. 2010 gründet das argentinische Busunternehmen Buquebus in Uruguay BQB Líneas Aéreas. 2015 stellte sie den Flugbetrieb aber wieder ein.



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