Boeing 767Israel lässt neue Air Force One vorerst am Boden

Demnächst sollte in Israel eine Boeing 767 als neues Flaggschiff der Regierungsflotte den Dienst antreten. Die Corona-Krise verhindert das.

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Israels Premierminister Benjamin Netanyahu greift für Staatsbesuche bislang auf die Flotte von El Al zurück. Nicht immer verlief dies reibungslos. Mit Staatschef und Entourage an Bord, stieß vergangenes Jahr eine Boeing 777 von El Al in Warschau mit einem Schlepper zusammen.

Unabhängig von dem Patzer, plante Israels Regierung schon zuvor, die VIP-Flüge selbst zu übernehmen. Dazu wurde während zwei Jahren eine Boeing 767 aufwendig umgebaut. Bereits vergangenen November startete sie in Tel Aviv erstmals. Das Staatsflugzeug sollte wenige Tage danach in Dienst genommen werden. Doch vorerst bleibt es am Boden.

Falscher Zeitpunkt

Die israelische Regierung möchte damit Kritik verhindern, berichtet die Zeitung Hareetz. Dieser Tage habe Netanyahu angeordnet, die Indienststellung des Flugzeuges auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Grund dafür ist vor allem die Corona-Krise.

Inmitten Covid-19-Pandemie, die in Israel eine schwere Wirtschaftskrise verursacht, wären bei der Einflottung eines neuen VIP-Fliegers erneute negative Schlagzeilen vorprogrammiert. Bereits vor Corona sorgte die Anschaffung des Fliegers für missbilligende Kommentare in der israelischen Öffentlichkeit.

Zu teuer und zu spät

Bereits 2014 wurde die Anschaffung des Staatsfliegers durchgewunken. Als Kosten waren damals 393 Millionen Schekel oder 93 Millionen Euro vorgesehen. Beim um Jahre verspäteten Erstflug waren die Kosten bereits auf umgerechnet 143 Millionen Euro angestiegen.

Unbekannt ist die Boeing 767 in Israel nicht. Nationalairline El Al nutzte den Großraumflieger mit Langstreckenreichweite 36 Jahre lang, ehe sie den Zweistrahler im Februar 2019 ausrangierte. Aus Reihen der heimischen Airline bezog Israels Regierung ihre Boeing 767 jedoch nicht.

«Knaf Zion» ist schon 20 Jahre alt

Die von Netanyahu auf den hebräischen Namen Knaf Zion (zu Deutsch: Flügel des Zion, ein im Judentum bedeutender Hügel bei Jerusalem) getaufte Boeing 767-300 ER flog früher bei Qantas. Nachdem Erstflug im Jahr 2000 war der Jet bis 2013 im Dienst für die australische Airline. Nachdem er einige Jahre stillgelegt blieb, wurde sie 2016 nach Israel gebracht.

Der staatliche Luftfahrtkonzern Israel Aerospace Industries baute den ehemaligen Passagierflieger zum Staatsflugzeug um. Dabei wurde die 767 nicht nur zum VIP-Flieger mit Konferenzräumen, Büros, großer Küche, Ruhebereich sowie Sitzplätzen für Delegationen und mitreisende Journalisten. Auch wurde sie ausgestattet mit komplexen Systemen für Kommunikation und Raketenabwehr.

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