Boeing B747 von Mahan Air: In Indien festgehalten.

Iranische Jets mit Kerosin-Problemen

500 Passagiere der iranischen Mahan Air saßen in Indien stundenlang fest. Der Flughafen Kolkata weigerte sich, die beiden Jets aufzutanken.

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Es ist der Horror eines jeden Passagiers: 13 Stunden lang saßen die 305 Reisenden an Bord einer Boeing 747 von Mahan Air am Netaji Subhash Chandra Bose International Airport von Kolkata (ehemals Kalkutta) fest. Gestartet waren sie in Phuket, Reiseziel war Teheran. Der Zwischenstopp in Indien war offenbar zum Auftanken gedacht - wohl weil die Airline den Flieger in Thailand nicht voll getankt hatte. Nur: Gemäß der Zeitung The Hindustan Times gab es damit ein Problem. Die Airline hatte offenbar einen Disput mit der Indian Oil Corporation, die mit dem Auftanken der Flieger beauftragt ist. Gemäß dem Blatt müssen Airlines ein Pfand im Umfang von einer Monatsration Kerosin hinterlegen, damit sie weiterhin betankt werden. Falls allenfalls Schulden entstehen, haben sie die gemäß den Regeln des Konzerns innert eines Monats zu begleichen.

Mahan Air schuldete der indischen Ölfirma jedoch bereits 280 Millionen Rupien (4,3 Millionen Euro/5 Millionen Franken), wie die Hindustan Times schreibt. Und in diesem Fall tritt ein Auftank-Embargo in kraft. Dieses traf nun die iranischen Flieger. «Wir sandten der Airline eine Mahnung. Nach der Bezahlung durften die Flieger wieder starten» erklärte ein Sprecher dem Blatt. Vor der Boeing B747 war schon ein Airbus A320 von Mahan Air mit 176 Passagieren an Bord in Kolkata gestrandet. Auch er wurde nicht aufgetankt. Dessen Passagiere hatten mehr Glück. Sie durften wenigstens größtenteils in den Transitbereich.

Mühe mit Sanktionen

Iranische Airlines haben mit Sanktionen aus westlichen Ländern zu kämpfen. Die USA haben ihre Sperren gegen den Iran erst im Juni stark verschärft. Am 23. Juni hatten sie bekannt gegeben, dass Iran Air nun auf der «Specially Designated Nationals and Blocked Persons List» der Regierung stehe. Das heißt: Amerikaner oder Menschen, die sich in den USA aufhalten, dürfen keine Geschäfte mit der Fluglinie machen - außer sie haben eine Sondergenehmigung (aeroTELEGRAPH berichtete). In der Folge hatte unter anderem der britische Ölkonzern BP aufgehört, Treibstoff an iranische Airlines abzugeben.

Die EU zeigt sich ebenfalls hart: An 13 europäischen Destinationen verweigert man den Jets der Airlines des Landes das Auftanken. Und auch in Asien häufen sich die Probleme nun offenbar: Gemäß der iranischen Regierung hat man jetzt außerdem auch in Singapur Ärger mit dem Auftanken. Die Flieger der privaten Airline Mahan Air würden dort nicht mehr aufgetankt. Daher mussten auch sie gemäß dem Portal dnaindia in Kolkata zwischenlanden. Vergangene Woche hatte es schon Probleme mit iranischen Fliegern am Flughafen in Bangkok gegeben - der Airport hatte sich geweigert, sie mit neuem Treibstoff zu versorgen.

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