Flughafen Paderborn: Weniger soll mehr sein.

Insolvenz in EigenverwaltungFlughafen Paderborn schrumpft sich auf die halbe Größe

Als einzige Überlebenschance sieht der Airport Paderborn/Lippstadt eine Insolvenz in Eigenverwaltung und eine deutliche Verkleinerung. Auch Arbeitsplätze fallen weg.

Top-Jobs

Hahnair

Document Control Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair

Prozessmanager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Flightkeys

Subject Matter Expert (f/m/o)

Vienna
Feste Anstellung
Luftfahrttechnologie
Flightkeys GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Die Corona-Krise setzt die deutschen Regionalflughäfen unter gewaltigen Druck. Unter diesen Vorzeichen hatte der Kreis Gütersloh Mitte August genug. Er entschied, sich als Gesellschafter vom Flughafen Paderborn/Lippstadt zurückzuziehen und nicht für weitere Verluste aufzukommen. Auch andere Gesellschafter prüften den Ausstieg.

So entschied man sich in Paderborn als Überlebensstrategie für eine Insolvenz in Eigenverwaltung. Eine Sanierung des Flughafens außerhalb einer Insolvenz erscheine «unrealistisch und nicht umsetzbar, beziehungsweise finanzierbar», so der Paderborner Kreis- und Finanzausschusses. Neues Ziel ist eine «Redimensionierung», also eine Verkleinerung.

Weniger als die Hälfte der Passagiere

Zählte der Airport Paderborn/Lippstadt im Jahr 2019 noch mehr als 693.000 Passagiere, erklärt eine Sprecherin des Kreises Paderborn nun, man ziele ab auf «Abfertigungskapazitäten bis hin zu einer Größenordnung von 300.000 Flugpassagieren pro Jahr». Und das  in Linien- und touristischen Verkehr. In diesem Zuge wird sich der Flughafen auch von einem Teil seiner Mitarbeitenden trennen. Wie viele Arbeitsplätze wegfallen, sagt er bisher nicht.

Der Flughafen schreibt in der Corona-Krise laut der Sprecherin trotz Kurzarbeit monatlich Verluste in Höhe von rund 700.000 Euro. Zudem erwartet er auch nach dem Ende der Pandemie deutlich geringere Fluggastzahlen. Dennoch hofft man am Airport Paderborn/Lippstadt darauf, «in bessern Zeiten» wieder aufstocken zu können.

Paderborn hält mehr als 56 Prozent

Gesellschafter des Flughafens sind bisher die Kreise Paderborn (56,38 Prozent), Soest (12,26 Prozent), Gütersloh und Lippe (je 7,84 Prozent), Hochsauerlandkreis und Höxter (je 3,92 Prozent), die Stadt Bielefeld (5,88 Prozent) sowie die IHK Bielefeld (1,57 Prozent) und die IHK Detmold (0,39 Prozent). Die abschließende Entscheidung über die Insolvenz in Eigenverwaltung trifft der Paderborner Kreistag am 21. September.

Auch generell findet derweil eine Debatte über die Zukunftsfähigkeit der deutschen Regionalflughäfen statt. Kürzlich erklärte eine Studie des Bundes für Umwelt und Naturschutz sieben der Airports für überflüssig - darunter auch den in Paderborn. Die Interessengemeinschaft regionaler Flugplätze kritisierte die Studie scharf.

Mehr zum Thema

Gesellschafter vor Abflug am Airport Paderborn

Gesellschafter vor Abflug am Airport Paderborn

Familie am Flughafen Kassel: Braucht es den Airport?

Sind sieben deutsche Regionalflughäfen überflüssig?

Thomas Mayer, Luftbild des Flughafens Hahn: «Lassen Sie uns alle Verkehrsträger gesamt-ökologisch untersuchen und bewerten.»

«Die meisten kleinen Flughäfen sind nicht defizitär»

ticker-paderborn-pad

Flughafen Paderborn/Lippstadt bietet Hunden ruhigen Rückzugsort an Silvester

Video

wrack bombardier crj 900 ntsb
Die Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat neues Videomaterial zum Zusammenstoß einer Bombardier CRJ 900 von Air Canada mit einem Feuerwehrauto am New Yorker Flughafen LaGuardia veröffentlicht. Die Aufnahmen zeigen, wie heftig die Kollision war.
Timo Nowack
Timo Nowack
michael rousseau air canada
Nach dem tödlichen Unglück einer Bombardier CRJ 900 am New Yorker Flughafen La Guardia brachte der Chef von Air Canada sein Mitgefühl zum Ausdruck - allerdings nur auf Englisch. Nun kommt von hochrangiger Stelle eine Rücktrittsforderung - auch, weil es nicht der erste sprachliche Fauxpas ist.
Timo Nowack
Timo Nowack
united crj 450 interior
Neun Sitze weniger, dafür eine Business Class und mehr Komfort. United Airlines will bis 2028 rund 50 Regionalflugzeuge vom Typ Bombardier CRJ 200 umrüsten und verpasst ihnen dazu gleich einen neuen Namen: CRJ 450.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies