Flieger von Spicejet: Mit Wasserflugzeugen sind abgelegene Gebiete leicht zu erreichen.

Verbindungen in der ProvinzIndien setzt auf Wasserflugzeuge

Indien ist nicht für schnelle Straßen und Eisenbahnlinien bekannt. Die Regierung plant deshalb Wasserflugrouten, um auch entlegenere Orte schnell erreichen zu können. Jetzt wir das Projekt konkret.

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Wer in Europa auf Autobahnen unterwegs ist, kommt meistens schnell an sein Ziel. In Indien dauern Reisen auf der Straße oftmals viel länger. Ein generelles Verkehrschaos und schlechte Infrastruktur begrenzen die Reisegeschwindigkeiten. Auch die Eisenbahn ist nicht wirklich schneller. Die Züge tuckern mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 Kilometer pro Stunde durch das riesige Land.

Zur Ergänzung der Flugverbindungen zwischen Großstädten plant deshalb die indische Regierung ein großes Netz von Verbindungen mit Wasserflugzeugen. Sie sollen auch abgelegenere Orte erreichen. Sagarmala Seaplane Service heißt das Projekt, das darauf abzielt, Küstenregionen, Häfen und kleinere Städte besser mit den großen Zentren zu verbinden.

Erste Wasserflugzeug-Strecke eröffnet

Zugleich plant die Regierung neue Wirtschaftszonen entlang der indischen Küste, die für neue Arbeitsplätze sorgen sollen. Durch den Lufttransport können Arbeiter einfacher und schneller zu den Unternehmen gelangen. Auch der Tourismus soll durch die neuen Verbindungen gefördert werden. Ziele wie Tempel oder Dörfer können mit Wasserflugzeugen vergleichsweise einfach erreicht werden und könnten zu neuen Attraktionen für nationale und internationale Besucher werden.

Der Vorteil von Wasserflugzeugen ist klar: Für sie braucht es keine besondere Infrastruktur, man benötigt lediglich einen Fluss oder einen See sowie einen Steg. Dies ermöglicht es den Fliegern, fast überall zu landen. Die erste von 18 Routen des Sagarmala Seaplane Service entlang der indischen Küste wurde im Oktober eröffnet. Seither kann man für umgerechnet 16 Euro pro Strecke mit Spicejet von Kevadia nach Ahmedabad fliegen.

Interessen an Bau der Infrastruktur sollen sich melden

Schon 2017 verhandelte Spicejet mit der Firma Quest Aicraft über eine Bestellung von 100 Wasserflugzeugen, zu einer Bestellung kam es allerdings nicht. Die aktuell genutzten Flieger werden geleast und kommen von Maldivian, eine Airline, die bekannt für ihre Wasserflugzeuge ist. Das indische Hafen- und Schifffahrtsministerium hat aber ambitionierte Pläne für weitere Routen und noch mehr Flugzeuge.

Deshalb hat es dieser Tage interessierte Unternehmen aufgerufen, ihr Interesse bei der Beteiligung am Bau und Betrieb der Infrastruktur kundzutun. Zuerst geht es um Routen von und zu den Metropolen Delhi, Mumbai und Surat sowie rund um die Inselgruppen Andamanen und Nikobaren sowie Lakshadweep.

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