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Radikale Öffnung

Indien erlaubt Ausländern Übernahme von Airlines

Die indische Regierung öffnet die Luftfahrtindustrie komplett für ausländische Investoren. Bei der Übernahme von Fluggesellschaften und Flughäfen behält sie sich aber ein Veto-Recht vor.

SOM

Chhatrapati Shivaji International Airport in Mumbai: Künftig ist mehr ausländisches Kapital möglich.

Die indische Regierung von Premier Narendra Modi geht radikale Schritte, um neue ausländische Investitionen in der Luftfahrt anzuziehen. Sie lässt ab sofort zu, dass ausländische Investoren sich zu 100 Prozent an inländischen Fluggesellschaften ehäeteiligen dürfen. Bislang lag die Obergrenze bei 49 Prozent.

Allerdings gibt es Bedingungen. Zu 100 Prozent aus dem Ausland stammenden Investitionen müssen vorher abgesegnet werden, wenn sie nicht von indischen Expats – so genannten NRI oder Non-resident Indians – stammen. Für ausländische Fluggesellschaften als Käufer bleibt zudem die Obergrenze von maximal 49 Prozent weiterhin bestehen. Darüber hinaus gestattet Indien jetzt auch ausländische Direktinvestitionen von mehr als 74 Prozent in Flughäfen nach Einwilligung der Regierung.

Bürokratische Hindernisse bleiben groß

Das neue Gesetz erscheint aus der Not geboren: So weitet sich das Feld möglicher Käufer aus. Die bisherigen Investoren in die Flughäfen New Delhi und Mumbai – GMR und GVK – sind beide stark überschuldet. Schon in der vergangenen Woche hatte die indische Regierung es für neue Fluglinien erleichtert, ausländische Ziele anzusteuern.

Beobachter der indischen Bürokratie bezweifeln allerdings, dass über Nacht neue von ausländischen Investmentfonds finanzierte Airlines in Indien gegründet werden: «Wir erwarten in nächster Zeit nichts bahnbrechendes», sagte Mark D. Martin, ein in Dubai basierter Berater gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. In Indien eine Fluggesellschaft zu gründen, erfordert die Genehmigungen verschiedenster Ministerien und Behörden. «Selbst wenn man eine Gesellschaft zu 100 Prozent besitzen darf, ist die Gründung einer Airline noch immer eine zu große Herausforderung», so Martin.



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