Eine Tecnam P2006T: Mit diesem Flugzeugtyp will Air Taxi Express das Uber der Luftfahrt werden.

Fünf Standorte in DeutschlandIn Köln soll das Uber der Lüfte entstehen

In Köln entsteht eine neue Fluglinie. Air Taxi Express will Kundinnen und Kunden schnell von A nach B fliegen, ähnlich wie Uber am Boden.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Luftfahrzeugmechaniker Flugbetrieb (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Stellen Sie sich vor, Sie müssten dringend von Kiel nach Stuttgart – und das an einem Tag. Früher hätten Sie vielleicht ein Taxi zum Flughafen genommen und einen teuren Linienflug gebucht. Und auch dann hätten Sie es kaum geschafft, die Reise ohne Übernachtung zu absolvieren.

In Köln arbeitet ein zwölfköpfiges Team daran, das zu ändern. «Unser Ziel ist es, dass unsere Gäste kurzfristig Flugzeuge buchen können, ähnlich wie bei Uber, nur eben für Flugzeuge», sagt Peter Knappertsbusch. Er ist Chef von Air Taxi Express. Die Fluglinie bietet keine Linien-, sondern Charterflüge an.

Uber der Luftfahrt

Bei Air Taxi Express können Reisende einen Flug von A nach B buchen, unabhängig davon. Anders als bei Uber braucht die Airline eine gewisse Vorlaufzeit. Diese hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Verfügbarkeit der Flugzeuge und der Routenplanung. Kundinnen und Kunden müssten mit einigen Stunden rechnen, verspricht der Chef.

Knappertsbusch ist selbst Privatpilot. Die Idee zu diesem Konzept sei aus eigener Erfahrung entstanden, weil er regelmäßig zwischen London und Deutschland fliege. Er störte sich daran, dass es kaum Alternativen zwischen den kostengünstigen Angeboten von Billigfluggesellschaften und den teuren Businesscharter-Anbietern gibt.

600 Flughäfen und Flugplätze

Die Zielgruppe sind Rechtsanwälte, Geschäftsleute und andere Personen, die zu einem Termin müssen und beispielsweise morgens hin- und abends zurück müssen. Die Preise sind so gestaltet, dass sie in etwa den gleichen Bereich wie Taxikosten pro Kilometer abdecken. Das Netz ist groß. Derzeit können Kundinnen und Kunden bereits zwischen 600 Flugplätzen und Flughäfen wählen.

Langfristig plant Air Taxi Express weitere Flugplätze hinzuzufügen, sodass die Liste irgendwann auf über europaweit auf 3000 Plätze erweitert wird - von der Graspiste bis zum Verkehrsflughafen kann alles dabei sein.

Nächster Schritt AOC

Aktuell arbeitet das Team in Köln an einem eigenen Luftverkehrsbetreiberzeugnis (AOC, Air Operator Certificate) durch das Luftfahrt-Bundesamt. «Wir haben uns entschieden, den besten und saubersten Weg zu gehen und ein AOC zu beantragen», so der Airline-Chef, «auch wenn es aufwändig ist und lange dauert.» In Deutschland ist eine Grundvoraussetzung dafür, dass das Unternehmen mindestens ein Flugzeug besitzt.

Air Taxi Express setzt auf die Tecnam P2000. Den ersten Viersitzer will er bis Ende des Jahres übernehmen. Mit Flugzeug und Luftverkehrsbetreiberzeugnis erhält die Airline von einer Förderbank eine Finanzierung bis zur Höhe des Stammkapitals. «Unser Stammkapital beträgt derzeit 1,06 Millionen Euro, was uns ermöglicht, mit der Förderung weitere Flugzeuge zu kaufen».

Fünf Standorte in Deutschland

Ziel ist es, fünf Tecnam P2006T an fünf verschiedenen Standorten in Deutschland zu stationieren: Hamburg, Berlin, Köln, Stuttgart und München. Jeder Standort deckt ein eigenes Einzugsgebiet von einigen hundert Kilometern ab. Die Tecnam ist aus Sicht des Airline-Chefs das beste Flugzeug im Preis-Leistungs-Verhältnis.

Airline-Chef Peter Knappertsbusch (links) bei der Hauptversammlung 2023. Bild: Air Taxi Express

Die Maschine bietet Platz für vier Personen. «Aufgrund der Gewichtsbeschränkung rechnen wir jedoch in der Praxis damit, dass wir in der Regel mit zwei Personen plus Handgepäck fliegen werden». Die Flugzeuge werden komplett weiß lackiert, um ein einheitliches Erscheinungsbild zu gewährleisten.

Leerflüge werden weniger

Knappertsbusch räumt ein, dass es zu Beginn sehr viele Leerflüge (im Jargon: Empty Legs) geben werde, diese jedoch mit zunehmender Anzahl an Flugzeugen immer weiter abnehmen sollten, wodurch die Wirtschaftlichkeit immer verbessert werde. Zudem seien die Betriebskosten verhältnismäßig gering.

Die Tecnam P2006T verbraucht nur etwa 35 Liter pro Stunde für beide Motoren, was im Vergleich zu anderen Flugzeugtypen kostengünstig ist. Dadurch ist es relativ preiswert, die Flugzeuge zu versetzen. Der richtige Start ist für das kommende Jahr geplant. In der Zukunft soll Air Taxi Express auf Elektroflugzeuge umsteigen. Voraussetzung dafür ist, dass der Betrieb läuft.

Mehr zum Thema

Eine Diamond DA-42: Mit der Maschine startet Franconia Air Service Linienflüge ab Nürnberg.

Deutsche Airline startet innerdeutsche Linienflüge

Tecnam P2012 von Alpen Air: Bald auf längeren Strecken unterwegs.

Alpen Air verbindet Augsburg mit Zielen wie Florenz, Genf, Innsbruck, Sion und Venedig

De Havilland Canada Dash 8 von Sky Alps in Bozen: Neue Ziele im Visier.

Wie Sky Alps aus Bozen heraus weiter wachsen will

ticker-tecnam

Belgische Flugschule kauft weitere Tecnam P92 MkII

Video

Airbus A380 von Lufthansa: Die D-AIMH wird noch bis Anfang Juni in. Dresden umgebaut.
Noch hängen Kabel aus der Kabine und manche Fußablagen fehlen. Doch der Umbau der Airbus A380 von Lufthansa bei EFW in Dresden zeigt bereits, wie die modernisierte Business Class aussehen wird. Der Zeitplan ist straff – und die Logistik kompliziert.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Der Moment vor dem Absturz: Die Cessna kollidiert mit dem Gleitschirm.
Eine Paragliderin überlebt mit Glück den Zusammenstoß mit einer Cessna. Der Unfall wirft Fragen auf: Wer muss wem ausweichen? Und warum sehen sich Motorpiloten und Gleitschirmpiloten im selben Luftraum oft erst im letzten Moment?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Ramy RC vor seinem Lufthansa-Airbus-A380: Ganz schön groß.
Ein Airbus A380 als Modellflugzeug klingt spektakulär – doch das von Ramy RC sprengt selbst in der Modellbauwelt die Dimensionen. Der Nachbau des Lufthansa-Superjumbos mit Speziallackierung ist fast neun Meter lang und kann tatsächlich fliegen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin