Drei Dörfer sind gefährdet: Der Ausbau in Heathrow braucht Land.

Heathrow will Dörfer schleifen

Der Londoner Flughafen zeigte endlich, wo er eine dritte Piste bauen will, um die Kapazität zu erhöhen. Bloß: Dafür muss er erst Häuser zerstören.

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Wusste Boris Johnson schon, was das Management von Heathrow der Öffentlichkeit präsentieren würde? Der Bürgermeister von London ist Gegner eines Ausbaus des Flughafens. Er stellte Anfang der Woche seine Pläne für eine Kapazitätssteigerung in der britischen Hauptstadt vor. Er würde anderswo einen neuen Airport bauen und Heathrow schließen, um auf dem Areal 100'000 neue Wohnungen zu bauen. Dagegen sieht der nun am Mittwoch (17. Juli) vorgebrachte Vorschlag des Flughafens völlig destruktiv aus. Bei jeder der drei gezeigten Varianten müssen zuerst Wohnhäuser zerstört werden.

Die Führung von Heathrow will eine dritte Piste bauen, um so die Kapazität zu erhöhen. Schon jetzt ist er mit 480'000 jährlichen Flugbewegungen zu 98 Prozent ausgelastet. Künftig soll er 740'000 Ankünfte und Abflüge abfertigen können. Die Vergrößerung des Areals könnte gemäß den Vorschlägen des Flughafens im Nordwesten, im Südwesten oder im Norden geschehen. Gemeinsam ist allen Optionen, dass dabei ganze Straßenzüge, historische Gebäude und Seen verschwinden würden. Auch die Stadtumfahrungs-Autobahn M25 müsste in einen Tunnel verlegt werden. «Das ist schneller und billiger als einen neuen Flughafen zu bauen», argumentiert Heathrow.

Gefangene im eigenen Dorf

Der Flughafen zieht die beiden westlichen Varianten klar vor. Das heißt aber, dass entweder die Dörfer Harmondsworth und Longford sowie Stanwell Moor verschwinden würden. «Das gibt Ärger», enerviert sich ein 61-jähriger Bewohner. Die Leute liebten den Ort. «Niemand wird hier ohne Kampf aufgeben», so der Betroffene gegenüber der Zeitung The Guardian. Eine andere Einwohnerin beklagt sich, dass man nun im Dorf gefangen sei. Seit der Bekanntgabe der Pläne würde einem ja niemand mehr das Haus abkaufen wollen. Knatsch ist vorprogrammiert.

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