Heckflosse von Gulf Air: Bald hauptsächlich regionale Routen.

Gulf Air versetzt Boeing und Airbus

Nur Geld aus der Staatskasse hält die Fluglinie aus Bahrain am Leben. Nun wird gespart. Die Bestellungen neuer Flieger werden wohl storniert.

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Dieses Mal sind es umgerechnet 376 Millionen Dollar. Den Betrag will das Parlament von Bahrain der Nationalairline zur Verfügung stellen, damit diese weiterfliegen kann. König Hamad gab ebenfalls sein Okay für die Hilfen. Der Arabische Frühling, hohe Kerosinpreise und die starke Konkurrenz durch Emirates und Co. setzten Gulf Air zuletzt zu. Mit den neuen Finanzhilfen soll die Airline Schulden begleichen und ihre Restrukturierung finanzieren können. Über die letzten vier Jahre pumpte das Emirat bereits rund 2 Milliarden Euro in Gulf Air, wie ein Bericht des nationalen Rechnungshofes ergab.

Die neuste Restrukturierung könnte radikal ausfallen. Stellenstreichungen und eine Verkleinerung der Flotte dürften anstehen, berichtet das Fachportal Air Transport World. Wie es von der Regierung heißt, soll die Mitarbeiterzahl von 3800 radikal auf 1800 gekürzt, die Flotte von momentan rund 40 auf 20 Jets halbiert werden. Offenbar plant man bei Gulf Air, sich hauptsächlich auf regionale Strecken zu konzentrieren. Nur noch zwei Langstreckenflieger sollen im Flugzeugpark verbleiben, welche die Strecken nach Paris und London bedienen.

Bestellungen wohl storniert

Diese Nachricht hört man bei Airbus und Boeing kaum gerne: Gulf Air hat beim europäischen Flugzeugbauer offiziell noch eine Bestellung von 20 Airbus A330-300 ausstehen, bei der amerikanischen Konkurrentin eine für inzwischen noch 16 B787. Acht Dreamliner bestellte die Fluglinie bereits vorher ab, nun dürfte es zu weiteren Stornierungen kommen. Die Fluglinie befindet sich offenbar in Gesprächen mit Airbus und Boeing. In den nächsten Wochen soll eine offizielle Stellungnahme zum Thema erfolgen.

Wie das Fachmagazin Aviation Week berichtet, wurde die Airbus-Bestellung wohl ohnehin schon storniert. Diese hatte Gulf Air bereits im Jahr 2008 getätigt. Doch ausgeliefert hat der Produzent noch keinen dieser 20 Jets. Im Juni 2010 hatte der europäische Flugzeugbauer bekannt gegeben, dass eine Bestellung über 10 A330-300 zurückgezogen wurde, im September dieses Jahres verkündete man noch einmal dasselbe. Welcher Kunde betroffen war, teilte Airbus nicht mit. Doch die Aviation Week ist sich nach einer Auswertung der Flottendatenbank sicher: Es muss Gulf Air gewesen sein. Fast alle Bestellungen, die in den Jahren 2008 und 2009 getätigt wurden, seien nämlich bereits ausgeliefert.

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