Tsehay: Der knallrote Zweisitzer ist zurück in der Heimat.

Von Mussolini gestohlenItalien gibt Äthiopiens erstes Flugzeug nach fast 90 Jahren zurück

In den 1930er-Jahren entwickelte Äthiopien mit deutscher Hilfe erstmals ein eigenes Flugzeug. Doch die Tsehay kam nur auf 30 Flugstunden, bevor die italienische Invasion den Traum zunichte machte.

Top-Jobs

Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Systems Engineer - Electrical Focus

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Die Tsehay war Äthiopiens Stolz. Der nach der Tochter von Kaiser Haile Selassie benannte knallrote Eindecker war das erste eigene Flugzeug des Landes. Und doch kam es nur auf 30 Flugstunden. Allerdings nicht, weil es fluguntüchtig war, sondern weil es im Rahmen der italienischen Invasion in den 1930er-Jahren entwendet wurde. Jetzt ist es nach fast 90 Jahren in seine Heimat zurückgekehrt.

Entwickelt wurde das Flugzeug vom deutschen Ingenieur Ludwig Weber. Er war 1932 nach Äthiopien gereist, um im Auftrag des Flugzeugbauers Junkers eine verunglückte Junkers W 33c zu reparieren. Das gelang ihm. Doch nach Deutschland kehrte Weber nicht zurück. Er wurde zum persönlichen Piloten des Kaisers. Und in dieser Funktion erhielt er auch den Auftrag, ein eigenes Flugzeug für das Land zu entwickeln.

In großer Höhe starten und landen

Es sollte als Trainingsflugzeug und als Aufklärer dienen und in der Lage sein, auch auf Flugplätzen in über 2500 Metern Höhe zu starten und zu landen. Als Grundlage wählte Weber das Sport- und Reiseflugzeug A VII des deutschen Ingenieurs Wilhelm van Nes, das dieser gemeinsam mit Erich Meindl bei Meindl Flugzeugbau in Linz gebaut hatte. Weber erhielt die Erlaubnis, die A VII neu zu entwerfen.

Ende 1934 war der Bau des ersten Exemplars abgeschlossen. Eigentlich sollten drei weitere der Zweisitzer entstehen. Das Schweißen des Stahlrohrrumpfes übernahmen Mechaniker von Junkers. Auch der Holzpropeller kam aus Deutschland, vom Hersteller Schwartz.

Jungfernflug 1935

Weber höchstpersönlich führte 1935 den Jungfernflug durch. Das Flugzeug erwies sich als vielversprechend und leistungsfähig. Nachdem es erst Äthiopien 1 geheißen hatte, benannte der Kaiser es in Tsehay um - das Wort für Sonne und der Name seiner Tochter.

Doch dann kann die italienische Invasion von Mussolinis faschistischer Regierung. Der Abessinienkrieg gilt als letzter kolonialer Eroberungsfeldzug der Geschichte. Hunderttausende Menschen kamen ums Leben. Weber war gezwungen, das Land zu verlassen und ließ die Tsehay zurück. Die Italiener entwendeten das Flugzeug und nahmen es mit nach Europa. Bis 1941 war es im Luftfahrtmuseum von Caserta ausgestellt, danach wechselte es ins italienische Luftfahrtmuseum in Rom.

Inspiration für die junge Generation

Jetzt ist die Tsehay wieder in ihrer Heimat angekommen. Die italienische Regierung hat das Flugzeug nach Äthiopien retourniert. Premierminister Abiy Ahmed erklärte bei Twitter, es sei ein «Tag des großen Stolzes für die Äthiopier, während wir die offizielle Übergabe von 'Tsehay' durch die italienische Regierung feiern».

Was mit dem Flugzeug jetzt passiert, ist noch nicht bekannt. Doch die Regierung hofft, dass es der jüngeren Generation zeigen wird, was für Erfolge das Land gefeiert hat, und sie so inspiriert, eine bessere Zukunft anzustreben, heißt es in einer Erklärung des Ministeriums für Soziale Angelegenheiten.

Mehr zum Thema

Ein bewegliches Denkmal im Einsatz: In der Ju 52 von 1936 kann man mittlerweile Rundflüge machen.

Deutsche Junkers Ju-52 kommt ins Museum

Super Constellation in Bern Belp: Es konnte nicht genug Geld aufgetrieben werden.

Kein Geld mehr für die Super Constellation

Das neueste Exponat: Eine Fokker 100, die früher für AUA flog.

Das kaum bekannte Luftfahrtmuseum von Slavnica

Flugzeuge am Bole International Airport: Der Flughafen ist eng und veraltet.

Ethiopian Airlines macht ihr Drehkreuz größer - und legt es tiefer

Video

Die brennende General Dynamics F-16 in Zakynthos: Der Pilot blieb unverletzt.
Nach einem Defekt am Fahrwerk musste eine General Dynamics F-16 der griechischen Luftwaffe auf der Insel Zakynthos notlanden. Der Pilot blieb unverletzt, doch der Kampfjet fing Feuer. Der Flughafen musste geschlossen werden.
Redaktion
starlux airlines silberner airbus a350 1000
Die Fluglinie aus Taiwan bekommt einen Airbus A350-1000 in silberner und einen in goldener Sonderlackierung. Den ersten der beiden Jets brachte der Starlux-Chef selbst nach Taipei.
Timo Nowack
Timo Nowack
cessna usa 250
Manchmal zeichnet ein Flugzeug mit seinem Flugverlauf ein Herz oder einen einfachen Schriftzug an den Himmel. Zum 250. Am Unabhängigkeitstag der USA hat eine Cessna R182 nun auch so etwas getan - aber auf einem anderen Level.
Timo Nowack
Timo Nowack