D328 Neu: Auf einem Modell der neuen Dornier 328 prangt der Name bereits auf dem Rumpf.

Comeback der Dornier 328Leipziger Turbopropflieger heißt D328 Neu

Die Wiederbelebung der Dornier 328 am Produktionsort in Leipzig ist besiegelt. Nun sind auch erste Details zum neuen deutschen Flieger bekannt.

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Sachsen wird zum Standort eines neuen Flugzeugbauers. Vor einer Woche wurde bekannt, dass am Flughafen Leipzig/Halle die Produktion der Dornier 328 wieder aufgenommen wird. Der Turbopropflieger war das letzte in Deutschland entwickelte und gebaute Verkehrsflugzeug. Am Mittwoch (20. August) wurde nun die Absichtserklärung für die Errichtung einer Endmontagelinie am Flughafen der ostdeutschen Stadt feierlich unterschrieben.

Vertreter des sächsischen Wirtschaftsministeriums, des Flughafenbetreibers Mitteldeutsche Flughafen AG sowie des Luftfahrtzulieferers Sierra Nevada Corporation setzten dabei ihre Unterschriften auf das Papier. Bei einer Pressekonferenz verrieten sie auch erstmals genauere Details zur Neuauflage der Dornier 328. Der neue Flieger wird D328 Neu heißen.

Erste Übergabe für 2023 angestrebt

Für die Produktion in Leipzig haben die Sierra Nevada Corporation sowie deren deutsche Tochter 328 Support Services einen neuen Ableger ins Leben gerufen, der DRA heißt. Die neue Tochter wird ab kommendem Jahr rund 80 Millionen Euro in die Leipziger Endmontagelinie investieren. Ab 2023 sollen dort die ersten Maschinen an Kunden übergeben werden. Die sächsische Landesregierung fördert das Projekt mit rund 6,5 Millionen Euro.

Leipzig wird aber nur Endfertigungsstandort bleiben. Der Bau des Prototyps sowie die Zulassung des Fliegers sollen im bayerischen Oberpfaffenhofen erfolgen. Dort absolvierte der Flieger ursprünglich seinen Jungfernflug und wurde er ursprünglich unter Dornier auch hergestellt.

Erprobung und Wartung bleiben in Bayern

Auch 328 Support Services hat ihren Sitz am bayerischen Airport nahe von München. Dort stellte sie nach dem Aus von Dornier 2008 eine letzte Dornier 328 selber fertig und bietet heute für den Typen Wartungs- und Service-Leistungen an. Dieser Bereich soll trotz des neuen Produktionsortes in Sachsen weiter in Bayern bleiben.

Bei der D328 Neu geht es sich um eine modernisierte Version mit neuen Triebwerken, neuem Cockpit und leicht gestreckten Rumpf, der 39 Passagieren Platz bietet. Laut DRA wird es ein Flugzeug «mit der DNA und der Zuverlässigkeit der Dornier 328». Neue Propeller sollen die D328 Neu verbrauchsarm und leise machen.

Projektleiter sagen hohe Nachfrage vorraus

Eine gute Ökobilanz ist auch der Grund, warum DRA die D328 Neu nur mit Turboprop-Triebwerken anbieten wird. Dornier entwickelte aus der Dornier 328 nachträglich eine Jet-Variante, die etwas schneller, aber auch spritdurstiger ist. «Wir sehen die Zukunft im Turboprop», sagt Jon Burgoyne, Vizepräsident der Sierra Nevada Corporation. Das Unternehmen hat bereits Marktanalysen durchgeführt.

Insgesamt hofft der neugegründete Flugzeugbauer, mit der modernisierten Dornier 328 eine aufkommende Lücke füllen zu können. DRA erwartet, dass in Zukunft mehr als 4000 Flugzeuge in der Größenklasse zwischen 30 und 40 Sitzplätzen auf nachgefragt werden. «Bislang gibt es hier keine wirtschaftliche Alternativen» erklärt Burgoyne. Ein neues Fahrwerk soll die D328 Neu auch noch stärker als Alleskönner positionieren, der auch von unbefestigten Pisten aus starten und landen kann.

Einsatz auch als Militärtransporter

Größte Betreiberin der bisherigen Dornier 328 ist die amerikanische Luftwaffe, die 19 Exemplare der Turboprop-Variante als C-146 A betreibt. Auf Rang zwei liegt die dänische Fluglinie Sun-Air of Scandinavia mit 16 Dornier 328 Jet. Von bisher 220 gebauten Exemplaren stehen heute noch ungefähr 120 Maschinen im Einsatz. DRA sieht denn nicht nur Passagierversionen vor, sondern auch den Einsatz als Patrouillenflieger oder Militärtransporter.

Sehen Sie in der oben stehenden Bildergalerie Aufnahmen von der Unterzeichnung der Absichtserklärung zum Bau der D328 Neu und des ersten Modells des Fliegers.

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