Der britische Premierminister Winston Churchill im Jahr 1942 am Steuer der Boeing 314 mit dem Taufnamen Berwick.

British-Airways-Vorgänger BoacAls Churchill eine Boeing 314 pilotierte

Eigentlich sollte Winston Churchill 1942 mit dem Schiff den Atlantik überqueren. Doch der britische Premier entschied sich für ein Flugboot - fast mit fatalem Ausgang.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Inflight Service Personnel (M/F/D)

Feste Anstellung
Business Aviation
Goldeck-Flug GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Wien/LOWW/VIE
Pilatus Logo

Mechaniker & Spengler

Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Feste Anstellung
Weeze

Verkehrsleiter vom Dienst (w/m/x)

Flughafen Niederrhein GmbH
Weeze
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs

Am 31. März 1974 entstand British Airways. Damals wurden die beiden großen staatlichen Fluggesellschaften British Overseas Airways Corporation Boac und British European Airways BEA sowie die Regionalfluglinien Cambrian Airways und Northeast Airlines zusammengelegt. Dennoch feiert Großbritanniens größte Airline im Jahr 2019 ihr hundertjähriges Jubiläum.

Wie geht dieses Rechnung auf? Ganz einfach, British Airways verleibte sich über etliche Fusionen und Übernahmen die Geschichte ihrer Vorgängerfluglinien ein bis hin zum 25. August 1919. Damals startete AT&T Aircraft Transport and Travel zum ersten internationalen Linienflug der Welt. Vom Osten Londons ging es nach Paris Le Bourget.

Flug nach Bermuda macht Eindruck

In ihrem Online-Rückblick auf hundert Jahre erwähnt British Airways 1974 nur am Rande. Im dazugehörigen Zeitstrahl taucht das Jahr gar nicht auf. Dafür kann sich die Fluggesellschaft auf ein reiches Erbe beziehen. So ehrte sie ihre Vorgänger schon mit Retro-Bemalungen auf vier Flugzeugen. Und auch eine Erinnerung an einen der bedeutendsten Briten aller Zeiten wird so für British Airways möglich: Winston Churchill.

Neben einem Foto des Zigarre rauchenden Staatsmannes hinter dem Steuer eines Flugzeuges ist im British-Airways-Rückblick zu lesen: «1942: Mr. Winston Churchill machte am 16./17. Januar den ersten Transatlantikflug eines britischen Premierministers in einem Boeing-314-Flugboot G-AGCA von Boac.»  Churchill war damals britischer Premierminister und führte sein Land im Zweiten Weltkrieg gegen Hitler-Deutschland.

Churchill übernimmt das Steuer

Die Vereinigten Staaten waren im Dezember 1941 nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor mit der Kriegserklärung an Japan in den Krieg eingetreten. So reiste Churchill in die USA zu Beratungen mit Präsident Franklin D. Roosevelt. Auf dem Rückweg flog der Premier mit einem Boeing-314-Flugboot mit dem Taufnamen Berwick von Boac zuerst von Virgina nach Bermuda. Sowohl Berwick-Kapitän Kelly Rogers als auch Churchill schrieben später ihre Erinnerungen an die Reise nieder.

Als die Boeing 314 eine Reiseflughöhe von rund 8000 Fuß (2440 Meter) erreicht hatte, wollte sich Churchill das Cockpit anschauen. Kapitän Rogers bot dem Premierminister seinen Sitz an. Als Churchills Zigarre ausging, fragte er den Kapitän, ob er sie mit einem Streichholz neu entzünden dürfte. Er durfte. «Seine Fragen über die Steuerung und das generelle Verhalten des Flugzeuges machten ziemlich deutlich, dass er es gerne selber steuern würde», erinnerte sich Rogers. Für rund 20 Minuten übernahm Churchill das Steuer, neben sich den Kopiloten, der im Notfall eingreifen sollte.

Genug Treibstoff?

In Bermuda angekommen, sollte der Politiker eigentlich mit einem Kriegsschiff weiter nach Plymouth reisen. Doch Churchill hatte Gefallen am Flug in der Boeing 314 gefunden. Er fragte den Kapitän: «Wie sieht es mit damit aus, von Bermuda nach England zu fliegen? Kann sie genug Treibstoff aufnehmen?» Rogers bejahte und nachdem der Premier seine Berater überzeugt hatte, startete die Berwick am nächsten Tag zum rund 18-stündigen Flug.

Die Reise in dem luxuriös gebauten Flieger lief lange Zeit ereignislos. Churchill war in der Suite mit einem breiten Bett untergebracht und notierte später, dass die sanften Bewegungen des Flugzeugs beim Essen im Speiseraum nicht störten. Doch am Ende wurde der Flug höchst dramatisch. Churchill notierte, dass die Berwick bei Nebel und schlechter Sicht den Kurs auf Südengland verfehlte und auf Brest in der Bretagne zusteuerte. Die französische Stadt war jedoch von den Deutschen besetzt und schwer befestigt.

Fast über deutschen Flakbatterien

«Wenn wir unseren Kurs noch fünf oder sechs Minuten gehalten hätten, bevor wir nach Norden abdrehten, wären wir über den deutschen Flakbatterien in Brest gewesen», habe er später erfahren, so Churchill. Durch den Navigationsfehler habe man Plymouth zudem aus der Richtung angesteuert, aus der die Engländer feindliche Flieger erwarteten. So wurden bereits sechs Hawker-Hurricane-Jagdflugzeug ausgesandt gegen den vermeintlichen Feind. Am Ende landete die Berwick dennoch sicher in Plymouth.

Die 314 hatte Boeing auf Wunsch von Pan American Airlines entwickelt, die mit einem Flugboot über den Atlantik fliegen wollte. Sie erhielt den Spitznamen Clipper in Anlehnung an die großen Segelschiffe dieses Namens. Sie hatte die Flügel des Boeing-XB-15-Bombers. Vier Triebwerke brachten sie bis zu 5600 Kilometer weit. Am 28. Juni 1939 überquerte die Boeing 314 erstmals den Atlantik. Die Maschine hatte 74 Sitze, die sich zu 40 Schlafkojen umbauen ließen. Vier-Sterne-Hotels lieferten das Essen.

Nur zwölf Boeing 314 gebaut

All das konnten zahlungskräftige Passagiere allerdings nicht lange genießen. Denn im Zweiten Weltkrieg wurden die Flieger in den Dienst des Militärs gestellt und für den Transport von Material und Personen genutzt 1941 gingen drei Exemplare an die staatliche britische BOAC. Insgesamt baute Boeing zwischen 1938 und 1941 zwölf Exemplare der 314.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Aufnahmen der Boeing 314.

Mehr zum Thema

Den Abschluss macht die Boeing 747 mit der sogenannten Negus-Lackierung.

British Airways macht das Retro-Quartett komplett

Der erste A350-1000 für British Airways: Noch bei Airbus in Toulouse.

Hier rollt British Airways' erster Airbus A350-1000

Embraer E190 von British Airways: Reisende mussten am 4. Januar acht Stunden in Amsterdam in dem Flugzeug ausharren.

Reisende müssen acht Stunden in einer Embraer E190 ausharren - am Boden

ticker-british-airways

British Airways erweitert Sommerangebot um drei Ziele

Video

An einem Airbus A321 Neo: GTF-Triebwerk von Pratt & Whitney.
Der Chef des weltgrößten Leasingunternehmens hat Ratschläge für Fluggesellschaften mit Triebwerken der neuesten Generation. Aengus Kelly warnt vor Problemen und Herausforderungen sowohl bei Kurz- als auch Langstreckenflugzeugen.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbusa350edelweissbusinesssuite003
Alles neu bei Edelweiss: Die Schweizer Ferienfluglinie stellt ihre komplett neu entwickelte Airbus-A350-Kabine vor. Premium Economy, Business Suite und ein aufgewertetes Design sollen das Langstreckenerlebnis neu definieren – ohne die Ferien-DNA zu verlieren. Genau darin liegt die Chance. Und das Risiko.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
united airlines airbus a321 neo nosewheel
Harte Landung in Orlando: Ein Airbus A321 Neo von United Airlines hat bei der Ankunft in Orlando eines der Räder des Bugfahrwerkes verloren.
Timo Nowack
Timo Nowack