Wahrscheinlich von MH370Funde von Réunion: Die wichtigsten Fragen

Die Behörden sind sehr zuversichtlich, dass endlich eine Spur von Flug MH370 gefunden wurde. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Funden von Réunion.

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Viele glaubten, dass das Rätsel um Flug MH370 wohl nie mehr gelöst wird. Die Boeing 777 von Malysia Airlines verschwand vor 510 Tagen spurlos. Trotz modernster Technik und Millionenausgaben blieben bislang alle Suchexpeditionen ohne Erfolg.

Doch nun wurden an der Küste von La Réunion plötzlich zwei Teile angespült. Zuerst fanden Arbeiter ein Teil eines Flügels, dann einen Koffer. Ist das der lang ersehnte Durchbruch? Die wichtigsten Fragen und Antworten

Was wurde gefunden? Bislang gibt es zwei Fundstücke. Eines ist weiß, aus Metall und rund zwei auf ein Meter groß. Es ist ein Teil einer Tragfläche. Experten von Boeing glauben, dass es von einer Boeing 777 stammt, also von dem Flugzeugtyp, den Malaysia Airlines auf Flug MH370 einsetzte. Das andere ist ein Koffer.

Was für ein Flügeteil fand man? Auf dem Flügelstück wurde eine Nummer entdeckt: 657 BB. Es ist die Bezeichnung eines Bauteils einer Boeing 777. Boeing vergibt sie für das «Flaperon Leading Edge Panel».

Wozu ist ein Flaperon da? Die Flaperons sind längs der Tragflächen angebracht. Sie sind dafür da, bei tiefen Geschwindigkeiten Auftrieb zu erzeugen. Sie helfen Flugzeugen auch, sich um die eigene Achse zu drehen.

Wo genau wurden die Objekte gefunden? Sie wurden von Arbeitern an einem Strand von Saint-André gefunden. Die Stadt liegt an der Nordostküste der Insel La Réunion im Indischen Ozean. Die Distanz zum vermuteten Absturzort beträgt damit 7700 Kilometer.

Wie wahrscheinlich stammen sie von Flug MH370? Noch ist nichts bewiesen. Doch der Premierminister von Malaysia ließ am Donnerstag (30. Juli) verlauten, dass es «sehr wahrscheinlich» sei, dass die gefundenen Stücke von MH370 stammen. Dafür spricht, dass derzeit keine andere Boeing 777 vermisst wird. Auch wäre der Verlust eines derart großen Bauteils schon längst gemeldet worden. Eine solche Meldung gibt es aber nach derzeitigem Kenntnissstand nicht.

Gibt es andere Hinweise? Das Nachrichtenportal Clicanoo aus Réunion zeigte die Muschelbildung am Flügelteil einem Meeresbiologen. Er erklärte, dass die Tiere rund ein bis zwei Zentimeter pro Jahr wachsen. Er schließt daraus, dass das Bauteil seit mehreren Monaten im Wasser getrieben haben muss. Zeitlich würde das ungefähr zu MH370 passen. Sicher stammt es jedenfalls nicht von einem früheren Crash oder aus einem ungemeldeten Teile-Verlust.

Können die Trümmerteile wirklich so weit getrieben sein? Experten halten das für möglich. Immerhin vergingen fast anderthalb Jahre seit dem Verschwinden. Von Spiegel Online befragte Ozeanographen bestätigen, dass Treibgut in 17 Monaten durchaus rund 7000 Kilometer weit wandern kann.

Was bräuchte es zur Bestätigung? Alle großen Bauteile von Flugzeugen haben Seriennummern eingestanzt. Wenn man die findet, kann eindeutig gesagt werden, woher es genau stammt.

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