Letzte Aktualisierung: um 15:57 Uhr
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Wie wichtig Farben im Cockpit sind

«Kann man als Farbenblinder eigentlich Flugkapitän werden?», fragt Leser Marcus Vetter. Ein Linienpilot antwortet.

Ralf Roletschek/Wikimedia/CC

Cockpit eines Airbus A319: Farben sind wichtig.

Farben sind mit am wichtigsten im Cockpit eines modernen Passagierflugzeuges. Bereits in der Selektion zum Piloten werden die Augen sehr genau getestet. Wenn man Probleme mit den Farben hätte, wäre das sofort ein Ausschlussgrund. Als Airbus-Pilot gehört es zu meiner täglichen Arbeit im Cockpit, die verschiedenen Farben genau auseinander zu halten. Denn verschiedene Farben bedeuten für den Airbus verschiedene Flugmodi oder verschiedene Gefahren.

Wir haben beispielsweise einen Geschwindigkeits-Pfeil, den Speed Bug. Dieser kann blau oder violett sein. Falls er blau ist, befindet sich der Geschwindigkeitsmodus des Flugzeuges in einem manuellen Zustand. Der Pilot entscheidet also, wie schnell man fliegt. Ein violetter Pfeil hingegen bedeutet, dass der Airbus im «managed mode» ist. Der Computer hat also die Geschwindigkeit berechnet, welche das Flugzeug im violetten Modus fliegt.

«Amber Cautions»

Auch die Warnungen des Systems haben verschiedene Farben. Es gibt die «Amber Cautions», also die gelben Gefahrenmeldungen. Bei diesen ist erhöhte Aufmerksamkeit, aber keine unmittelbare Aktion verlangt. Wenn es schlimmer wird erscheint eine rote Warnung, welche eine sofortige Aktion der Piloten verlangt. Ein Brand des Triebwerks würde eine rote Warnung auslösen. Das Unterscheiden der Farben ist also unabdingbar, um einen Passagier-Jet überhaupt bedienen zu können.

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