Frachter der Zukunft: So stellt sich Volga-Dnepr die Ruslan-Nachfolgerin vor.

Antonov An-124Volga-Dnepr drängt auf Ruslan-Nachfolger

Für viele Transporte ist die Antonov An-124 alternativlos. Doch das Flugzeug kommt in die Jahre. Betreiber Volga-Dnepr sucht Partner für ein Nachfolgemodell.

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Russlands größte Frachtgruppe Volga-Dnepr arbeitet nicht nur an der Modernisierung der Antonov-An-124-Flotte, sondern lotet auch die Möglichkeiten eines Nachfolgemodells für das sowjetische Transportflugzeug aus. Das Ziel: Ein schwerer Frachter, der technisch und wirtschaftlich 35 bis 40 Prozent mehr Effizienz bringt als die An-124, wie das Fachblatt Russian Aviation Insider berichtet.

Laut Volga-Dnepr gibt es einen Markt für ein Frachtflugzeug mit 150 bis 170 Tonnen Nutzlast und einer Reichweite von 10.000 Kilometern. «Das weltweite Wachstum in den Industrien Luftfahrt, Bergbau und Ölförderung deutet darauf, dass der Bedarf nach überdimensionierten Transporten künftig nach oben zeigen wird», so Volga-Dnepr-Chef Mikhail Smirnykh. Die Zukunft seines Unternehmens sieht er denn auch vor allem als Cargodienstleister für die Luftfahrtindustrie, wo langfristige Verträge mit Boeing, Airbus, Rolls-Royce, Spirit und weiteren Firmen bestehen.

Einsatz bis 2070

Victor Tolmachev, der Chefdesigner der An-124 und heutige technische Direktor bei Volga-Dnepr, hat klare Vorstellungen, für den neuen Flieger. «Das Flugzeug, das Ruslan irgendwann ersetzen wird, muss revolutionäre Neuerungen bringen», sagte er zu Russian Aviation Insider. Kein Wunder: Die ersten Exemplare des neuen Frachters sollen bis ins Jahr 2070 im Einsatz stehen.

Volga-Dnepr kann die in den 1980er-Jahren eingeführten An-124 noch bis spätestens 2040 nutzen, erwarten Analysten. Das Beratungsunternehmen EY schrieb schon vor Jahren, dass Volga-Dnepr 40 bis 100 neue Flugzeuge braucht, um im Markt der superschweren Transporte bestehen zu können. Laut Tolmachev sollte die Planung deshalb bald beginnen.

Führender Anbieter

Vor allem der Autopilot und die Triebwerke müssten neu entwickelt werden, um den Ansprüchen in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts gerecht zu werden. Zwar seien die sowjetischen D-18-Triebwerke der An-124 zu ihrer Zeit sehr gut gewesen. Für das neue Flugzeug wünscht sich Tolmachev aber einen ähnlichen Antrieb wie das Genx-2B67 von General Electrics bei der Boeing 747-8.

Die Frachtgruppe Volga-Dnepr ist der weltweit führende Anbieter von Schwer- und Großluftfrachttransporten. Mit zwölf Flugzeugen sind die Russen der wichtigste Betreiber der An-124. Ende 2016 beendete die Firma aus politischen Gründen die Zusammenarbeit mit der Fluggesellschaft des ukrainischen Flugzeugbauers Antonov.

Suche nach westlichem Partner

Vor der Ukraine-Krise wollten die beiden Firmen die An-124 gemeinsam weiterentwickeln. Daraus wird nun nichts. Boris Rybak vom Beratungsunternehmen Infomost glaubt dennoch, dass kein Hersteller die Aufgabe eines An-124-Ersatzes selber stemmen kann. Nur die Kombination des Know-hows von Volga-Dnepr im Transportbusiness mit den technischen und organisatorischen Fähigkeiten westlicher und insbesondere amerikanischer Firmen sei erfolgsversprechend.

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