Die Bayraktar TB2 erlangte nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine fast so etwas wie Kultstatus. Mit der bewaffneten Drohne fügte die ukrainische Armee den anfänglich ziemlich desorganisierten russischen Streitkräften massive Verluste zu. Auch in den Bürgerkriegen in Libyen und Syrien kam die sogenannte Male-Drohne (die Abkürzung steht für Medium Altitude Long Endurance oder übersetzt mittlere Flughöhe und lange Flugdauer) zum Einsatz.
Ihr Hersteller ist der 1984 gegründete private türkische Rüstungskonzern Baykar Teknoloji. Heute beschäftigt der Konzern weltweit mehr als 7000 Personen und macht einen Umsatz von umgerechnet 2,2 Milliarden Euro. Noch immer ist die Familie Bayraktar Eigentümerin, zu deren erweitertem Kreis auch die Familie von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan gehört. Denn Technologiechef Selçuk Bayraktar ist mit dessen jüngster Tochter verheiratet.
Start mit einem Airbus A321 P2F
Jetzt will Baykar in die Luftfahrt expandieren - aber nicht als Zulieferer, sondern als Betreiber. Wie der Blogger Tolga Ozbek berichtet, hat der Konzern damit begonnen, Personal für eine neue Frachtfluggesellschaft zu suchen: Kapitäninnen und Kapitänen, Kopilotinnen und Kopiloten, Fachkräfte für Gefahrgut und Beladung sowie Führungskräfte beziehungsweise Spezialisten für Bodenbetrieb, Finanzen, Sicherheit, Crewplanung, Aufrechterhaltung der Lufttüchtigkeit sowie Qualität und Sicherheitsmanagement.
Die Bayraktar TB-2: Das Vorzeigeprodukt von Baykar. Baykar
Baykar will mit seiner Frachtairline bescheiden beginnen. Starten soll sie mit einem Airbus A321 P2F (Passenger to Freighter). Später sollen weitere Exemplare des Umbaufrachters hinzukommen. Als Ziel setzt sie sich, «im nationalen und internationalen Luftfrachtverkehr nach den Grundsätzen von Sicherheit, Qualität und operativer Exzellenz tätig zu sein», wie es in den Stellenanzeigen heißt. Der A321 P2F bietet eine maximale Frachtkapazität von 28 Tonnen und ein Frachtvolumen von bis zu 208 Kubikmeter.
Baykar hat bereits Erfahrungen mit Businessjets
Ganz neu ist die Luftfahrt für Baykar indes nicht. Wie auch andere Konzerne betreibt das Unternehmen eine aus der eigenen Flotte von Privatjets entstandenes Charterairline. Sie nennt sich Cevheri Air und besitzt eine Bombardier Challenger 605 und eine Global 6500.
. aeroTELEGRAPH