Testflug für die Autoland-Zertifizierung für den Pilatus PC-12: Die Testcrew musste nicht eingreifen.

Easa und FAA zertifiziertPilatus lässt den PC-12 Pro allein landen und filmt mit

Knopf drücken, und der Rest passiert von selbst. Pilatus zeigt erstmals, wie Autoland den PC-12 Pro sicher auf die Piste bringt. Easa und FAA haben das System nun für das Flugzeug zugelassen.

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Es sind Bilder, die man so selten gesehen hat. Zwar kam Garmins Notfallsystem Autoland im Dezember 2025 in den USA erstmals im Ernstfall zum Einsatz. Nach einem Druckabfall in der Kabine brachte es eine Beechcraft King Air 200 mit zwei Piloten an Bord sicher auf den Rocky Mountain Metropolitan Airport im Bundesstaat Colorado. Wie es aber aussieht, wenn jemand den Knopf drückt und das System Funkverkehr und Steuerung bis zum nächsten Flugplatz übernimmt, war bisher eher nicht zu sehen.

Das hat Pilatus Aircraft nun geändert. Für die Zulassung des Systems im PC-12 Pro musste der Schweizer Hersteller die komplette automatische Landung vor den Augen von Easa und FAA vorführen. Eine dieser Testlandungen in Friedrichshafen hat Pilatus gefilmt. Im Cockpit saß Testpilot Patrick Willcock. Er hat rund 8200 Flugstunden, davon 3000 auf dem PC-12 und 450 auf dem PC-12 Pro.

Testpilot von Pilatus hatte nie das Gefühl, eingreifen zu müssen

In dem Video sind drei Personen an Bord der PC-12 Pro. Dann wird der Autoland-Knopf gedrückt. Die beiden Piloten greifen nicht mehr ein. Zwar hat Testpilot Willcock seine Hände immer ganz nah an den Steuerhörern des Flugzeugs, aber eingreifen muss er nicht. «Als Pilatus-Testpilot ist es ungewohnt, einfach nur zu beobachten und nicht eingreifen zu dürfen», sagte er hinterher. «Das System hat das Flugzeug so ruhig und kontrolliert gelandet, dass ich nie das Gefühl hatte, eingreifen zu müssen», so der Testpilot.

Safety Autoland springt ein, wenn der Pilot oder die Pilotin plötzlich ausfällt, etwa bei einem medizinischen Notfall. Ein Passagier kann das System per Knopfdruck aktivieren, es schaltet sich aber auch selbst ein, wenn es eine Handlungsunfähigkeit erkennt. Dann übernimmt es die volle Kontrolle und informiert die Insassen. Anhand von Pistenlänge, Wind, Wetter und Resttreibstoff wählt es den am besten geeigneten Flugplatz und berechnet eine sichere Route dorthin. Unterwegs bedient es Landeklappen, Fahrwerk, Beleuchtung und Enteisung selbst und meldet sich automatisch bei der Flugsicherung.

Easa und FAA haben Safety Autoland für den Pilatus PC-12 Pro zertifiziert

«Der PC-12 Pro legte eine präzisere Landung hin als alle meine bisherigen manuellen Landungen mit dem Flugzeug», so Testpilot Willcock. Damit war der Weg frei für die Zulassung. Easa und FAA haben Safety Autoland für den PC-12 Pro inzwischen zertifiziert, wie Pilatus mitteilt. Wann die Funktion in den Flugzeugen der Kundschaft freigeschaltet wird, sagt der Hersteller nicht.

Pilatus hatte den PC-12 Pro im März 2025 vorgestellt. Es ist die jüngste Version des einmotorigen Turboprops mit Druckkabine. Die größte Neuerung ist das Cockpit. Ohne den bisherigen Fensterrahmen haben die Piloten eine bessere Sicht nach draußen, die Steuerhörner stammen vom größeren PC-24. Das Flightdeck basiert auf dem Garmin G3000 Prime mit drei hochauflösenden 14-Zoll-Bildschirmen und zwei kleineren 7-Zoll-Displays, alle per Touchscreen bedienbar. Auch die Kabine hat Pilatus mit neuer Einrichtung und neuen Farben aufgefrischt.

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