Flugzeug vor Klopapierpiste: Manchmal muss man kreativ werden.

Flying DoctorsSichere Landung dank brennendem Klopapier

Im Stockdunklen auf einer Schotterpiste landen erfordert Kreativität, wenn keine elektrische Beleuchtung verfügbar ist. Die beweisen die fliegenden Ärzte in Australien immer wieder.

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Wenn es mitten im australischen Nirgendwo einen medizinischen Notfall gibt, müssen die Flying Doctors ran – und das bei Tag und Nacht. Wenn die Sonne untergegangen ist, wird es schnell so dunkel, dass ein Anflug auf Sicht im Outback zur großen Herausforderung werden kann. Und damit er überhaupt möglich ist, müssen die Beteiligten kreativ werden.

Pilot Geoff Cobden musste dieser Tage eine verletzte Aushilfe einer Farm in Queensland bergen und ins Krankenhaus bringen. Sie hatte sich bei der Arbeit an einem Gebäude schwer verletzt. Das Problem bei der Rettung: Es war schon dunkel und die Landebahn auf dem Sandboden hatte keine elektrische Beleuchtung.

Klopapier in Diesel tunken – Beleuchtung fertig

Doch für solche Situationen wissen die Australier sich zu helfen. Wie der Royal Flying Doctors Service dem australischen Nachrichtensender ABC verriet, beleuchteten die Farm-Mitarbeiter die Piste mit 20 Rollen Klopapier. «Normalerweise tunken sie die Rollen in Diesel und platzieren sie an der Landebahn. Wenn ich in der Nähe bin, funke ich sie an und sie zünden die Beleuchtung an. Dann kreise ich einmal über die Landebahn und gucke, ob alles richtig aussieht und dann lande ich», beschreibt Cobden den Vorgang.

Die Klopapier-Methode mag kurios klingen, ist aber anerkannt. Ein paar Mal pro Jahr lande er wohl schon auf diese Weise, berichtet der Pilot. Die wirklich letzte Option, auf die man sich manchmal verlassen müsse – wohl, wenn nicht genügend Klopapier vorhanden ist – seien Autoscheinwerfer.

66 Flugzeuge

Die Leuchten von PKWs würden den Piloten zumindest die Idee geben, wo die Landebahn anfängt und wo sie aufhört. Aber in der Regel sei die Klopapier-Methode die bessere Variante, so der Pilot. Die verletzte Farmarbeiterin wurde sicher in ein Krankenhaus in Mount Isa gebracht.

Der Royal Flying Doctor Service of Australia ist eine gemeinnützige Institution, die in den wenig besiedelten Gebieten Australiens mit Hilfe von Flugzeugen ärztliche Versorgung gewährleistet. Der Dienst arbeitet rund um die Uhr und leistet Hilfe sowohl im Notfall als auch allgemeine Gesundheitspflege. Die Flotte besteht aus 66 Flugzeugen, darunter Beechcraft King Air und Pilatus PC-12.

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