Letzte Aktualisierung: 19:02 Uhr

Flug FZ981

Flydubai-Crash wohl wegen Pilotenfehler

Die russischen Ermittler haben einen ersten Bericht zum Absturz von Flydubai-Flug FZ981 herausgegeben. Darin deutet einiges auf menschliches Versagen hin.

Fernsehbilder nach dem Absturz: 62 Menschen kamen ums Leben.

Spekuliert wurde es schon lange, nun haben die russischen Ermittler es auch offiziell gemacht: Menschliches Fehlverhalten war sehr wahrscheinlich der Grund für den Absturz von Flydubai-Flug FZ981. Ganz festlegen wollen sie sich noch nicht, aber in einer Mitteilung auf der Webseite der russischen Untersuchungsbehörde Interstate Aviation Agency deutet einiges darauf hin, dass es wohl die Handlungen der Piloten waren, die zum Absturz einer Boeing 737 am 19. März in Rostow am Don führten. Beim Unglück kamen 63 Menschen ums Leben.

Die Piloten hatten zunächst versucht, die Boeing 737 ohne Autopilot zu landen. Die Landung brachen sie ab, weil Scherwinde aufkamen. Diese Winde entstehen bei starken Fallböen. An deren Ende bewegen sich Winde in unterschiedliche Richtungen auf die Seite weg und das kann eine Landung sehr gefährlich machen. Nach dem Abbruch kreiste die Boeing über dem Flughafen Rostow am Don, die Piloten hofften auf bessere Bedingungen.

Sturzflug mit 600 km/h

Beim zweiten Versuch klappte es wieder nicht und von rund 220 Metern Höhe stieg der Jet noch einmal auf. Laut dem Bericht entschieden sich die Piloten auf einer Höhe von etwa 900 Metern zu Handlungen, die dazu führten, dass die Flugzeugnase stark nach unten gedrückt wurde. Das leitete einen Sturzflug ein. Den Piloten gelang es nicht mehr, diesen zu stoppen. Mit einer Geschwindigkeit von 600 Kilometern pro Stunde krachte die Boeing 737 schließlich in einem Winkel von 50 Grad auf das Flughafengelände.

Jetzt werde man zwei Stunden Material des Stimmenrekorders aus dem Cockpit ganz genau auswerten und dabei herauszufinden versuchen, was die Crew zu ihren Handlungen bewegt hat, so die Ermittler. Beteiligt sein sollen neben den Russen auch Experten aus Spanien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA. Gleichzeitig sei man dabei, mit Airline- und Test-Piloten gemeinsam die genauen Umstände zu rekonstruieren, um die Geschehnisse besser zu verstehen.

Stritten die Flydubai-Piloten?

Laut verschiedener russischer Medien gibt es auch von der Stimmenrekorderauswertung erste Ergebnisse. Laut diesen sollen die Piloten sich im Cockpit über die richtige Vorgehensweise gestritten haben. Bestätigt hat das die Interstate Aviation Agency aber nicht. Sollte sich bestätigen, dass es sich um einen Pilotenfehler gehandelt hat, dürfte das die Kritik an Flydubai noch einmal befeuern, die nach dem Cash aufgekommen war. Ein Ex-Pilot von Flydubai hatte erklärt, der Pilot von FZ981 sei nach elfTagen Dienst sicher völlig übermüdet gewesen.

Schön, dass Sie hier sind. Unsere erfahrenen Journalisten bieten Ihnen 365 Tage pro Jahr Nachrichten und Hintergründe. Gratis. Das wird so bleiben. Um unser Angebot weiter zu verbessern, haben wir ein Vielleser-Programm gestartet. Damit finanzieren wir aufwendige Recherchen und die Umsetzung neuer Ideen. Ihr Beitritt hilft, den unabhängigen Luftfahrtjournalismus zu stärken. Und nebenher profitieren auch Sie. Jetzt Mitglied werden!



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem oder beleidigendem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.