Jet von S7: Russische Airlines brauchen Ersatzteile.

Trotz SanktionenWie russische Airlines an westliche Ersatzteile kommen

Westliche Sanktionen sollen russische Fluggesellschaften von der Ersatzteilversorgung abschneiden. Doch inzwischen kommen Komponenten über Umwege nach Russland.

Top-Jobs

k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Kapitän C680A (all genders) mit Zusatzaufgaben

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
Hahnair Logo

Deputy Continuing Airworthiness Manager (all genders)

Düsseldorf
Feste Anstellung
Hahn Air Lines GmbH
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Auf Russlands Angriff auf die Ukraine reagierte der Westen mit Sanktionen. Und die sorgen unter anderem dafür, dass russische Airlines keine Ersatzteile mehr bekommen für ihre Flugzeuge - zumindest nicht direkt aus den Ländern, in denen die Hersteller sitzen.

Solange russische Unternehmen nicht in der Lage sind, entsprechende Teile nachzubauen, haben die Fluglinien des Landes zwei Möglichkeiten, wenn sie ihre Flieger flugtauglich halten wollen. Zum einen können sie eigene Maschinen als Ersatzteilspender nutzen. Bekanntestes Beispiel ist ein neuer Airbus A350, den Aeroflot ausschlachtete. Welche und wie viele andere Flugzeuge ebenfalls so genutzt werden, ist schwer zu bestimmen.

Thales-Teile aus Umm al-Qaiwain

Die andere Möglichkeit sind Grauimporte, die über Staaten ohne Sanktionen laufen. Das russische Rechercheportal Proekt hat diese Wege mithilfe der Datenbank Import Genius untersucht. Im analysierten Zeitraum von März bis Ende August 2022 zeigte sich: Importe aus den USA, Frankreich und Deutschland wurden ersetzt durch Einfuhren unter anderem aus China, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan.

So lieferte etwa im Juni 2022 eine Firma namens Casper Aviation aus dem Emirat Umm al-Qaiwain an S7 Airlines für 42.000 Dollar ein elektronisches Teil für die Steuerung von Jets der Airbus-A320-Familie, hergestellt vom französischen Konzern Thales. Und für 144.600 Dollar ein Ersatzteil für die Kraftstoffzufuhr, gebaut von der Firma Woodward aus den USA.

Vereinigte Arabische Emirate vorne

Aeroflot kaufte im Juli neue Flugzeugreifen der Marke Michelin für 255.700 Dollar - möglich gemacht durch die Firma Arab Wadi Alrayan General Trading aus den Vereinigten Arabischen Emiraten und die russischen Firma Kvant.

Unter den zehn größten Lieferanten von Flugzeugteilen nach Russland in der Zeit von März bis Ende August 2022 waren demnach vier aus den Emiraten, drei aus Tadschikistan, eine aus Kirgisistan, eine aus China und eine aus Jordanien. Die Nummer eins war die Firma ATS Heavy Equipment aus Dubai mit Lieferungen im Wert von 2,6 Millionen Dollar.

Grünes Licht für vielmehr Länder

Viele der Ersatzteile, die russische Airlines importieren, sind nicht neuwertig, sondern stammen aus ausgeschlachteten Fliegern in anderen Ländern. Laut Proekt hat Russland vor dem Angriffskrieg und den Sanktionen nur Teile akzeptiert, die Zertifikate aus Kanada, den USA, der EU oder von den Bermudas vorwiesen. Mittlerweile haben unter anderem auch China, der Iran, die Emirate, Indien, Usbekistan, Ägypten und Südafrika grünes Licht.

Mehr zum Thema

Endmontage des Superjets in Venedig: Wie geht es mit dem Werk weiter?

Superjet wird künftig in Arabischen Emiraten gebaut

Jet von Aeroflot: Das Personal ist nicht glücklich.

Bekommt Russland Ersatzteile aus dem Iran?

Airbus A350 von Aeroflot: Muss im Ausland gewartet werden.

Aeroflot schlachtet neuen Airbus A350 für Ersatzteile aus

ilyushin il 114 300 kaelte

Polar Airlines will Ilyushin Il-114-300 - aber nur, wenn sie noch ein zusätzliches Detail bekommt

Video

03cb5639-a63e-4644-b420-139634c38344
Die abgelegenste bewohnte Insel der Welt kämpft mit der Angst vor einem Hantavirus-Ausbruch. Nun warf ein britischer Airbus A400 M medizinisches Material über Tristan da Cunha ab – begleitet von Fallschirmjägern und Notfallmedizinern.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Der Airbus A321 Neo von Frontier: Die Passagiere verließen das Flugzeug über die Notrutschen.
Dramatische Szenen am Flughafen Denver: Ein Airbus A321 Neo von Frontier Airlines stoppte den Startlauf abrupt, nachdem das Flugzeug eine Person auf der Piste erfasst hatte.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Absturzstelle: Hier prallte der Jet ins Gebirge.
Der Absturz von Flug MU5735 beschäftigt Ermittlungsbehörden seit mehr als vier Jahren. Jetzt deuten neue Daten darauf hin, dass es im Cockpit der Boeing 737 von China Eastern Airlines vor dem Crash zu einem Kampf um die Kontrolle kam.
Laura Frommberg
Laura Frommberg