TVRS-44 Ladoga: Bleibt kein ziviles Projekt.

TVRS-44 LadogaRussland stoppt neues Regionalflugzeug - Militär übernimmt Projekt

Sie sollte alte Regionalflugzeuge von Antonov und Yakovlev im Regionalverkehr ersetzen. Nun wird das zivile Programm TVRS-44 Ladoga überraschend gestoppt. Russland übergibt das Projekt an das Verteidigungsministerium.

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Eigentlich sollte die TVRS-44 Ladoga zu einem der neuen Regionalflugzeuge Russlands werden. Das Turbopropmodell war als Ersatz für alternde Antonov An-24, An-26 und Yakovlev Yak-40 vorgesehen. Nun wird das zivile Projekt jedoch gestoppt. Wie Chefkonstrukteur Sergey Merenkov vom Hersteller Ural Works of Civil Aviation Uzga erklärte, wird es samt aller Entwicklungsarbeiten an das russische Verteidigungsministerium übergeben.

Dort soll auf Basis der TVRS-44 Ladoga entweder ein militärisches Frachtflugzeug mit Rampe, eines mit seitlichem Frachttor oder ein Transporter entstehen, allerdings ausschließlich für militärische Zwecke. Der erste Flug des Prototyps soll dennoch wie geplant noch im Jahr 2026 stattfinden. Ursprünglich war vorgesehen, die Zertifizierung bis 2029 abzuschließen.

Ladoga bietet Platz für 40 bis 44 Reisende

Die TVRS-44 Ladoga galt eigentlich als eines der wichtigsten russischen Regionalflugzeugprogramme der vergangenen Jahre. Das zweimotorige Turbopropflugzeug ist für rund 40 bis 44 Passagiere ausgelegt und soll insbesondere abgelegene Regionen in Sibirien und im Fernen Osten besser anbinden. Wichtig ist dabei vor allem die Fähigkeit, auch auf kurzen und unbefestigten Pisten operieren zu können. Vielerorts fehlt in Russland moderne Flughafeninfrastruktur.

Bereits 2023 und 2024 hatte Uzga Vereinbarungen mit Regionalfluggesellschaften wie Aurora Airlines und Kras Avia über insgesamt 35 Flugzeuge geschlossen. Gleichzeitig galt das Projekt als Symbol für Russlands Versuch, sich nach den westlichen Sanktionen unabhängiger von ausländischer Luftfahrttechnik zu machen. Die Ladoga sollte deshalb weitgehend mit russischer Avionik und heimischen Triebwerken ausgestattet werden.

Prioritäten in Russland verschieben sich

Allerdings kämpft auch dieses Programm – wie viele aktuelle russische Flugzeugprojekte – mit Verzögerungen bei Entwicklung und Zertifizierung. Branchenbeobachter zweifeln zudem daran, dass die geplanten Produktionszahlen angesichts der angespannten Lage der russischen Luftfahrtindustrie überhaupt erreicht werden können. Die Entscheidung, das Programm nun dem Militär zu unterstellen, zeigt zugleich, wie stark sich die Prioritäten der russischen Luftfahrtindustrie seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine verschoben haben.

Neben der TVRS-44 Ladoga arbeitet die russische Flugzeugbauindustrie an weiteren neuen Regionalflugzeugen. Das eine ist die Ilyushin Il-114-300, die 64 bis 68 Passagieren Platz bietet. Das andere die LMS-901 Baikal für neun bis zwölf Reisende als Ersatz für die Antonov An-2.

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