Superjet 100 von Azimuth Airlines wird zerlegt: Er steht seit einem Triebwerksbrand im November 2024 am Flughafen Antalya.

Azimuth Airlines Seit mehr als einem Jahr in Antalya stehender Superjet 100 aus Russland wird verschrottet

Eigentlich wollte Azimuth Airlines den beschädigten Superjet 100 reparieren. Eineinhalb Jahre nach dem Zwischenfall in Antalya ist davon keine Rede mehr: Das Flugzeug wird abgewrackt.

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Flug A4-5051 führt am 24. November 2024 von Sochi nach Antalya. Es war die letzte Reise des Yakovlev Superjet 100 mit der Kennung RA-89085. Während der Landung des knapp acht Jahre alten Flugzeugs von Azimuth Airlines brach ein Feuer im linken Triebwerk aus. Während es noch brannte, wurden auf der rechten Seite die 89 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder über Rutschen evakuiert.

Zum Zeitpunkt der Landung fegte ein Sturm über die Region Antalya. Scherwinde sollen den Superjet 100 bei der Landung erfasst haben, was zu einem harten Aufsetzen führte. Dabei erhielt das linke Triebwerk einen schweren Schlag, Kraftstoff trat aus und entzündete sich. Gleichzeitig kam es zu Schäden an der Struktur des linken Hauptfahrwerks. Auch Teile der Flügel- und Rumpfverkleidung wurden beschädigt.

Abwracken des Superjet 100 wird rund einen Monat dauern

Nachdem der Brand vollständig gelöscht worden war, wurde der Superjet 100 zu einer Parkposition am Flughafen Antalya geschleppt. Nur fünf Tage später hieß es von Azimuth Airlines, man prüfe, den beschädigten Flieger zu reparieren. Danach wurde es still um den Fall. Knapp eineinhalb Jahre später kommt nun aber wieder Bewegung in die Sache, allerdings anders als von der russischen Fluggesellschaft damals angekündigt.

Das türkische Portal Hava Haber berichtet, dass das Flugzeug in Antalya derzeit zerlegt wird. Die Zeitung hat ein Bild veröffentlicht, das zeigt, wie nur noch der Rumpf des Flugzeugs ohne Fahrwerk und Leitwerk auf einer abgelegenen Position des Flughafens Antalya liegt. Das Abwracken werde voraussichtlich etwa einen Monat dauern, schreibt es. Anschließend werden Teile des Superjet 100 von Azimuth Airlines zur Wiederverwendung nach Russland geschickt.

Schwere Vorwürfe gegen Azimuth Airlines

Laut Hava Haber ist der offizielle Untersuchungsbericht zu dem Zwischenfall noch nicht veröffentlicht worden. Kurz nach dem Zwischenfall hatten die russische Luftfahrtbehörde Rosaviatsiya und die für die Sicherheit der Luftfahrt zuständige Behörde Gosavianadzor Zwischenfälle bei Azimuth Airlines genauer unter die Lupe genommen.

Mit schwerwiegenden Ergebnissen. 2024 wurden allein über 20 Zwischenfälle festgestellt. Die Airline soll zudem Wartungsdokumente gefälscht, nicht zertifiziertes Werkzeug verwendet und Sicherheitsvorfälle verschwiegen haben. Mindestens zwei Superjet 100 flogen trotz bekannter Strukturschäden nach harten Landungen ohne vorgeschriebene Inspektion weiter.

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