Jetzt gibt es einen neuen Fall. Offiziell wurde er durch eine Stellungnahme der saudischen Nationalairline - die mit der Sache nichts zu tun haben möchte. «Saudia hat Berichte zur Kenntnis genommen, die in den Medien und in sozialen Netzwerken kursieren und in denen behauptet wird, dass Boeing 777-200, die sich früher im Besitz von Saudia befanden, an eine Organisation übertragen worden seien, die internationalen Sanktionen unterliegt.»
Zwei Boeing 777 angeblich schon im Iran angekommen
Man stelle klar, «dass die betreffenden Flugzeuge am 7. Juni 2023 im Einklang mit den geltenden kommerziellen und rechtlichen Vorschriften für solche Transaktionen an ein außerhalb des Königreichs Saudi-Arabien registriertes Unternehmen verkauft wurden», so die staatliche Fluggesellschaft. Seit Abschluss dieses Verkaufs gebe es bei Saudia weder operative noch geschäftliche Beziehungen im Zusammenhang mit diesen Jets.
Hintergrund sind Angaben des im Exil lebenden iranischen Journalisten Babak Taghvaee, der sich auf Informanten aus Irans Luftfahrtbehörde beruft. Er schrieb Ende Juni beim Kurznachrichtendienst X, die Firma ECT Aviation Support aus den Vereinigten Arabischen Emiraten liefere mit Genehmigung der dortigen Regierung fünf Ex-Saudia-777 an Mahan Air.
ECT spricht von Gerüchten im Anschluss an Erpressung
Die größte private iranische Fluggesellschaft wiederum wolle die Triple Seven weiterreichen an eine andere iranische Fluglinie. Zwei der Jets seien schon im Iran, zwei würden im Emirat Fujairah für die Auslieferung vorbereitet, eines in Muscat im Oman. Gesichert nachvollziehen lässt sich das bisher nicht.
Am Montag (6. Juli) meldet sich nun auch ECT Aviation Support zu Wort und spricht von falschen Gerüchten, «die online verbreitet werden und eine Beteiligung von ECT an der Übertragung von Boeing 777-200 an ein mit Sanktionen belegtes Land behaupten». Man weise die Vorwürfe entschieden zurück. «Sie sind völlig unbegründet und werden von unzufriedenen Dritten im Anschluss an eine Erpressungskampagne verbreitet.»
Die Boeing 777 standen lange geparkt in Riyadh
Weiter schreibt das Unternehmen, ECT habe Ende 2023 mehrere Boeing 777-200 an ein türkisches Unternehmen verkauft, das über einen europäischen Betreiber mit gültigem Luftverkehrsbetreiberzeugnis verfüge. «Zum Zeitpunkt des Verkaufs wurden sämtliche Compliance-Verfahren ordnungsgemäß eingehalten.» Man werde gegen jeden rechtlich vorgehen, der falsche Behauptungen über ETC verbreite, so das Unternehmen.
Nachdem Taghvaee Ende Juni nur ein Satellitenbild veröffentlicht hatte, zeigte er in einem neuen Post am 5. Juil auch Fotos, die am Boden aufgenommen wurden. Zu erkennen ist: Eine der Boeing 777 trägt die Kennzeichen-Endung -ECJ. Dabei dürfte es sich um die C5-ECJ handeln. Bei Saudia hieß der Jet einst HZ-AKJ. Laut dem Luftfahrtdatenanbieter CH Aviation soll das heute 28 Jahre alte Flugzeug schon im Februar 2017 die aktive Saudia-Flotte verlassen haben. Es stand demnach bis Ende Juli 2025 in Riyadh in Saudi-Arabien und danach in Muscat im Oman.
Dienen erneut Kennzeichen aus Gambia für Iran-Geschäft?
C5 ist das Landeskürzel von Gambia. Mit Registrierungen dieses westafrikanischen Landes, das keinen westlichen Sanktionen unterliegt und sich nicht verpflichtet hat, diese einzuhalten, gingen auch schon Airbus A330 und Boeing 737 an die staatliche Belavia in Belarus.
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