Die Ukraine und Belarus teilen sich eine 1084 Kilometer lange Grenze. Politisch stehen die beiden Nachbarn aber auf völlig unterschiedlichen Seiten. Während die Ukraine in Richtung EU strebt, steht Belarus' Machthaber fest an der Seite Moskaus: Präsident Alexander Lukaschenko hat Russland den Angriff auf die Ukraine 2022 ermöglicht und unterstützt. Die Ukraine betrachtet Belarus daher als Komplizen des russischen Angriffskrieges.
Die Unterstützung Lukaschenkos für den Angriff auf die Ukraine muss das Land teuer bezahlen: Die westlichen Sanktionen gegen Belarus wurden seit 2021 von der EU, den USA, Kanada und Großbritannien schrittweise ausgeweitet. Unter anderem ist die Einfuhr westlicher Flugzeuge und Flugzeugteile verboten. Trotzdem schaffen es immer wieder Flugzeuge über Drittländer ins Land, wie im vergangenen Sommer drei Airbus A330.
Boeing 737 kommen wieder mit gambischer Registrierung
Das Ironische daran: Die drei Flugzeuge standen zuvor ausgerechnet bei der ukrainischen Sky Up Airlines sowie deren maltesischem Ableger Sky Up Europe im Einsatz, konkret die Jets mit den Kennungen UR-SQB, UR-SQF und 9H-SAV. Alle drei Boeing 737 hatte Skyup von 2018 bis Anfang 2026 von der Boeing Capital Corporation geleast. Nach dem Ausscheiden aus der Flotte wurden die Jets am Flughafen Dubai World Central geparkt, wo sie gambische Registrierungen erhielten und Anfang Juni nach Minsk überführt wurden.
Gambia unterliegt keinen westlichen Sanktionen
Dieses Vorgehen ist für Belavia fast schon bewährt: Auch die drei Airbus A330-200 hatten im vergangenen Sommer diesen Weg genommen. Gambia unterliegt keinen westlichen Sanktionen und hat sich nicht verpflichtet, diese einzuhalten. Die gambischen Registrierungen behielten die drei Langstreckenjets allerdings nur kurze Zeit, nach wenigen Monaten wurden die Flugzeuge ins Luftfahrtregister von Belarus aufgenommen. Es ist davon auszugehen, dass auch die drei Boeing 737-800 bald mit Kennungen des Landes fliegen werden.
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