Daraus dürfte nichts werden, denn nur wenige Tage später hat Iran Air einen deutlich anderen Zeitplan veröffentlicht. Laut einem Beitrag der Airline auf Telegram dauern die Wartungsarbeiten mindestens sechs Monate. Die EP-ICD ist 38 Jahre alt. Martinair übernahm die Boeing 747 im Jahr 1988 neu und vermietete sie in den ersten beiden Jahren zeitweise an Qantas. Über die türkische Charterairline Anka Air kam der Jumbo 2008 zu Iran Air.
Boeing 747 bekommt D-Check und 20.000 Flugzyklen-Check im Iran
Die Arbeiten haben Ende September begonnen. Das Besondere: Neben einem D-Check führt Iran Air erstmals selbst eine Inspektion nach 20.000 Flugzyklen durch. Eine solche Wartung hat es nach Angaben der Airline im Iran noch nie gegeben. Schon der D-Check ist die umfangreichste Routinewartung überhaupt. Der Jumbo wird dabei weitgehend zerlegt, damit die Techniker an die tragende Struktur kommen.
Der knapp 38,5 Jahre alte Frachter wird im Iran gewartet. Iran Air
Die Inspektion nach 20.000 Flugzyklen geht noch weiter. Ein Zyklus steht für einen Start mit Landung. Bei jedem Flug wird der Rumpf unter Druck gesetzt und wieder entlastet. Über Jahrzehnte entstehen so feine Ermüdungsrisse im Metall. Ab einer bestimmten Zahl an Zyklen sind deshalb zusätzliche Prüfungen an besonders belasteten Stellen fällig. In diesem Fall wird der vordere Rumpfabschnitt geprüft.
Iran Air baut Werkzeuge selbst
Doch das ist längst nicht alles. Dort, wo die Fahrwerke am Rumpf befestigt sind, verstärken die Techniker die Struktur. Die Fahrwerke selbst werden komplett überholt, also zerlegt und geprüft. Kritische Teile und solche mit begrenzter Lebensdauer tauschen die Techniker dabei aus. Zudem passt Iran Air die verstellbare Höhenflosse am Heck an.
Die Spezialwerkzeuge für die Arbeiten hat die Airline nach eigenen Angaben selbst gebaut. Dass Iran Air so viel selbst macht, hat einen Grund. Wegen der Sanktionen kommt die Airline kaum an Ersatzteile, Werkzeuge und Unterstützung des Herstellers. Wie lange der Jumbo tatsächlich am Boden bleibt, ist offen. Finden die Techniker bei den Inspektionen Risse, Korrosion oder andere Schäden, könnten sich die Arbeiten weiter verlängern.
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