Blick ins Cockpit: Verbesserungen durch aktuellere Wetterinfos vom Satelliten?

Umstrittene IdeeFünf Antworten zum pilotenlosen Flugzeug

Eine Studie preist milliardenhohe Kostenvorteile von Flügen ohne Piloten. Die Kapitäne halten dagegen. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Mit einer Studie zur pilotenlosen Luftfahrt hat die Bank UBS für Aufsehen gesorgt. «Systeme zu bauen, die weniger abhängig von Piloten sind, könnte die Sicherheit erhöhen und die Kosten für die Branche reduzieren», schreibt das Institut. «Wir sehen die Möglichkeit von 35 Milliarden Dollar Kostenersparnis über zwei Jahrzehnte.» Doch wo steht die Branche überhaupt beim Thema autonomes Fliegen? Zeit für einige Fragen und Antworten:

Wie ist der Stand der Dinge?

Auf der einen Seite sind viele Technologien bereits vorhanden und im Einsatz. Der Autopilot übernimmt in Passagierflugzeugen schon lange die Arbeit auf Reiseflughöhe, Landungen und mehr. Das Militär setzt unbemannte Drohnen ein und treibt die Technik voran. So verkündete das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt erst Mitte Juli, man habe gemeinsam mit Airbus Defence and Space «ein neuartiges Fluggerät für die Entwicklung künftiger serienreifer Drohnen» getestet. Sagitta flog 7 Minuten autonom auf einem vorprogrammierten Kurs. BAE Systems Testet derzeit eine ohne Piloten gesteuerte Jetstream 31.

Auf der anderen Seite ist an vielen Stellen noch unklar, wohin die Reise geht. Ein Beispiel: Die UBS-Studie schreibt über «remotely controlled planes», also vom Boden ferngesteuerte Flugzeuge. Boeings Entwicklungschef Mike Sinnett sagte dagegen im Interview mit aeroTELEGRAPH, der einzige Weg zu hundertprozentiger Sicherheit sei, «keinen Kontrollpfad zum Boden zu haben». Ihm geht es also nicht um Fernsteuerung, sondern um eine Künstliche Intelligenz, einen lernenden Algorithmus an Bord.

Wann geht es also los?

Die Kernfrage ist, wann eine Technologie zum autonomen Fliegen bereit ist, die mindestens genauso sicher ist wie die Luftfahrt heute. Auf die Frage, wie viel Zeit der Flugzeugbauer Boeing - der zurzeit erste Tests mit der Technik vorbereitet - noch brauche, sagte Sinnett: «Ich kann noch nicht einmal anfangen, das vorherzusagen. Ich kann mir vorstellen, dass es in weniger als fünf Jahren passiert. Für den kommerziellen Betrieb wird es wohl länger dauern.»

Vorreiter könnten kleine Frachtflugzeuge in abgelegenen Regionen sein. Die UBS hat Ihre Schätzungen visualisiert, beginnend mit dem digitalen Tower bis hin zum kommerziellen Passagierflug mit «reduzierter Arbeitsbelastung im Cockpit»:

Kann das überhaupt klappen?

Das weiß niemand. «Vielleicht sind null Piloten nicht erreichbar», so Boeing-Manager Sinnett. Aber dann sei die Zahl der Piloten womöglich reduzierbar. «Vielleicht kann man dann eine Strecke wie Seattle-Dubai mit weniger als fünf Piloten fliegen», sagte Sinnett. Die UBS beschäftigt sich auch mit der Möglichkeit, nur noch einen Piloten im Cockpit zu haben.

Was denken die Passagiere?

Unter 8000 von der UBS Befragten sagten 54 Prozent, es sei unwahrscheinlich, dass sie mit einem Flugzeug ohne menschliche Piloten fliegen würden. Dem gegenüber standen 17 Prozent, die es voraussichtlich tun würden. US-Amerikaner zeigten sich dabei weniger skeptisch als etwa Deutsche und Franzosen. Auch besser gebildete sowie jüngere Befragte (18 bis 34 Jahre) waren aufgeschlossener gegenüber einem rein computergesteuerten Flug.

Wie reagieren die Piloten?

Die Piloten sind von der Aussicht, von Computern abgelöst zu werden, natürlich wenig begeistert. «Auch wenn die technische Entwicklung schnell voranschreitet, so wird der Computer das Cockpit eines Flugzeuges in absehbarer Zukunft mit Sicherheit nicht ganz übernehmen», sagte Markus Wahl, Sprecher der deutschen Pilotenvereinigung Cockpit als Reaktion auf die Studie. Im Gegensatz zu einem Computer sei nur der Mensch in der Lage, kreative Lösungsansätze in dynamischen Situationen zu finden und damit Leben zu retten.

«Ein Beispiel dafür ist der Ausfall beider Triebwerke nach Vogelschlag bei US Airways Flug 1549 und die von Chesley Sullenberger und seiner Crew anschließend durchgeführte Notlandung auf dem Hudson, bei dem alle Insassen überlebt haben», schreibt Cockpit. «Es ist mehr als fraglich, ob eine solche Situation, die eigentlich von den Flugzeugkonstrukteuren gar nicht vorgesehen war, von einem Computer ähnlich gelöst werden kann.»

[poll id="22"]

Mehr zum Thema

So stellt sich Uber die Zukunft des Nahverkehrs vor: Ubers Elevate-Netzwerk soll den Straßenverkehr entlasten.

Embraer und Uber tüfteln an Luft-Taxi

VTOL-Flieger sind en vogue: Airbus arbeitet im Silicon Valley an einem <a href="http://www.aerotelegraph.com/so-soll-airbus-luft-taxi-aussehen">Luft-Taxi-Projekt namens Vahana.</a> Boeing tüftelt mit der Tochter Aurora Flight Sciences an einem Taxi der Lüfte. Bereits recht groß ist der amerikanische Anbieter Zee Aero. Daneben gibt es Firmen wie Joby mit dem S2, Volocopter aus Deutschland oder die chinesische Drohnenbauer Ehang.

So soll Airbus' Luft-Taxi aussehen

London City Airport: So stellt der Flughafen sein Tower-Projekt vor.

London City Airport bekommt digitalen Tower

ticker-boeing-1

Boeing liefert im August 51 Flugzeuge aus

Video

Ilyushin Il-96: Das Flugzeug ist am 16. September in Köln gelandet.
Eine Ilyushin Il-96 der russischen Spezialflugstaffel ist heute in Köln/Bonn gelandet. Vermutet wird, dass die Maschine Mitarbeitende des russischen Konsulats in Bonn abholt. Die Landung im Video.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Herabfallende Deckenverkleidung: Die passagiere waren in Panik.
Kurz nach dem Start in Mashhad geriet eine Boeing 737 von Sepehran Airlines in Schwierigkeiten. Videos zeigen heftige Vibrationen, durch die sich große Teile der Deckenverkleidung lösten und in den Gang fielen. Die Crew erklärte eine Luftnotlage und kehrte zum Flughafen zurück.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Mann auf dem Vorfeld in Paris: Mitarbeitende des Airports konnten ihn stoppen.
Ein Mann ist am Flughafen Paris-Charles de Gaulle offenbar durch die Sicherheitsbarrieren gelangt und bis aufs Vorfeld vorgedrungen. Flughafenmitarbeiter verfolgten ihn mit einem Dienstfahrzeug und konnten ihn stoppen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg