So präsentierte Embraer das Turboprop-Projekt im Sommer 2022.

Diverse FragezeichenEmbraer muss Start des Turbopropfliegers verschieben

Mit einem neuen Turbopropflugzeug will Embraer ATR Konkurrenz machen. Doch das Projekt steht vor Herausforderungen und einer weiteren Verzögerung.

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Vergangene Woche gab Embraer ein Update zur Energia-Familie. Mit diesen Zukunftsflugzeugen will der brasilianische Hersteller ab 2030 abheben. Viele Beobachter erwarteten, dass er bei diesem Anlass auch etwas zum neuen Turboprop-Modell sagen würde. Das gehört zwar nicht zu Energie-Familie, ist aber ein noch größeres und wichtigeres Projekt.

Jedoch fiel vergangene Woche kein Wort zu dem Modell, für das Embraer im Sommer schon 250 Absichtserklärungen eingesammelt hatte. Air Serbia hatte sogar öffentlich Interesse gezeigt.  Das neue Flugzeug, das inoffiziell E3, intern auch Brasilhão und als Projekt TPNG genannt wird, sollte früher auf den Markt kommen als die Energia-Flieger.

«Wir werden mehr Zeit brauchen»

In einem Zeitstrahl, den der Flugzeugbauer zeigte, war der Punkt NG Turboprop 100 % SAF, also Turboprop der neuen Generation mit 100 Prozent nachhaltigem Treibstoff, allerdings fast unmerklich etwas mehr in die Zukunft gerückt. Zwar befand er sich immer noch zwischen 2025 und 2030, aber weiter weg von 2025 als noch in der vorherigen Präsentation aus 2021.

Und tatsächlich wird das Flugzeug wohl später kommen als bisher geplant. Zuerst berichtete das Magazin Aviation Week am Wochenende, es werde erwartet, dass Embraer bald eine Verschiebung des Turboprop-Projekts bekannt gebe. Grund dafür seien ungünstige wirtschaftliche und technische Marktbedingungen.

2028 als Termin wohl nicht zu halten

Im Gespräch mit dem Analysehaus Air Insight sagte Arjan Meijer, Chef von Embraers ziviler Sparte, anschließend: «Wir werden mehr Zeit mit den Zulieferern brauchen, damit das funktioniert.» Er hoffe, bei der Paris Airshow im Juni eine klarere Planung zum neuen Turbopropflugzeug präsentierten zu können.

Eigentlich hatte Embraer geplant, das neue Turbopropflugzeug als ATR-Konkurrentin im Jahr 2027 auf den Markt zu bringen. Dann verschob sich dies leicht nach hinten. Bei der Farnborough Airshow im Juli wurde 2028 als Termin genannt und es ging darum, ob Embraer das Flugzeug zuerst als 70- oder eine 90-Sitz-Variante auf den Markt bringen wird.

Die Frage nach den Partnern

Die von Meijer angesprochenen Verzögerungen mit den Zulieferern sind aktuell ein Problem der ganzen Branche. Denn diese Firmen halten beim Hochlauf der Produktion von Airbus, Boeing und Co. oft nicht Schritt nach der Pandemie.

Nachdem der Zusammenschluss von Embraers Zivilsparte und Boeing einst scheiterte, betonten die Brasilianer mehrmals, dass es für die Umsetzung der Turboprop einen oder mehrere starke industrielle oder finanzielle Partner brauche. Zuletzt gab es Berichte, Embraer verhandele in Indien über Kooperationen für die Produktion. Doch definitiv verkündet wurde bisher nie etwas.

Finanzielle Sicherheit ebenso entscheidend

Probleme mit den Zulieferern, mögliche weitere technische Herausforderungen, noch keine oder nicht genügend Partner, damit womöglich auch fehlende finanzielle Sicherheit - all das könnte dazu führen, dass Embraers Turboprop erst 2029 oder später auf den Markt kommt.

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