Der Airbus A380 mit dem Kennzeichen 9H-MIP: Steht inzwischen in Dresden. (Bild: Mike Burdett)

Spur führt nach GroßbritannienEin neuer, mysteriöser Airbus-A380-Betreiber schickte die 9H-MIP nach Dresden

In Dresden machen die Elbe Flugzeugwerke den Airbus A380 mit dem Kennzeichen 9H-MIP wieder flott - allerdings nicht für Global Airlines. Die Suche nach dem neuen Betreiber führt zu einem britischen Unternehmer aus der Kreuzfahrtbranche.

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Am Freitagabend (12. September) um kurz nach 20:30 Uhr landete ein Airbus A380 auf Landebahn 22 des Flughafens Dresden. Der Superjumbo mit der Seriennummer MSN 006 und dem Kennzeichen 9H-MIP war aus Tarbes gekommen. Es war sein erster Flug seit Frühling 2021. Der A380 hatte vier Jahre lang eingelagert in Südfrankreich gestanden.

Früher war der Jet für Singapore Airlines geflogen und danach für Hi Fly. Und zuletzt hatte Global Airlines ein Auge auf ihn geworfen. Die neue britische Fluglinie hatte für den Superjumbo sogar eine Anzahlung geleistet, wie die damalige Eigentümerin Doric bestätigte.

Global Airlines will den Airbus A380 nicht mehr

Doch inzwischen will Global Airlines diesen Superjumbo nicht mehr. «MSN 006 war eines der ersten Flugzeuge, die wir erwerben wollten, aber dieser Deal kam nicht zustande, da wir unsere Aufmerksamkeit auf MSN 120 für unser erfolgreiches Erstflugprogramm richteten», erklärt ein Sprecher der Fluggesellschaft gegenüber aeroTELEGRAPH.

Der Airbus A380 mit der Seriennummer 006 gehört auch nicht mehr nicht mehr dem deutschen Finanzunternehmen, wie Recherchen von aeroTELEGRAPH ergaben. «Wir haben das Flugzeug im Dezember 2024 verkauft», bestätigt eine Doric-Sprecherin.

9H-MIP wird in Dresden wieder flott gemacht

Inzwischen hat EFW Elbe Flugzeugwerke bestätigt, dass sie den Auftrag hat, den Airbus A380 an ihrem Sitz am Flughafen Dresden wieder flott zu machen. Das Flugzeug befinde «sich in einem sehr guten Zustand und wir freuen uns darauf, die letzten Wartungsarbeiten abzuschließen, bevor dieses faszinierende Flugzeug wieder in Betrieb genommen wird.» Als Kundin gibt EFW eine Firma namens ALG an und dazu zwei Namen, einer davon ist Greg Thornton. Der ist laut seinem Linkedin-Profil Chef von Airline Leasing Group, kurz ALG.

Airline Leasing Group hat den Firmensitz in einem Haus im kleinen Weiler White Roding nordöstlich von London. Sie wurde 2022 gegründet und weist ein Grundkapital von 100 Pfund und vier Aktionäre auf. Gemäß Handelsregister ist ihr Zweck: «Vermietung und Leasing von Ausrüstung für den Luftpersonenverkehr». Wie aus Luftfahrtkreisen zu vernehmen ist, wird dies aber nicht die Betreiberin des A380, sondern Thorntons ALG agiert nur als Dienstleister.

Ein britisches Unternehmen mit Bezug zu Kreuzfahrten

Die Spurensuche führt zu einem weiteren Unternehmen. Im Flugzeugregister von Malta, wo die 9H-MIP eingetragen ist, ist die Firma PB Leasing Aircraft No. 9 aufgeführt. Sie sitzt in einem Bürogebäude an der Themse im Londoner Viertel Putney und hat laut Handelsregister den Zweck: «Vermietung und Leasing von Ausrüstung für den Luftpersonenverkehr». Sie hat ein Grundkapital von 1000 Pfund und Reserven von rund drei Millionen Pfund. Einziger Geschäftsführer von PB Leasing ist aktuell Roger Allard. Der 71-Jährige ist auch bei anderen Luftfahrtfirmen an Bord. Vor allem aber war und ist er bei Kreuzfahrtunternehmen engagiert.

Das Reisemagazin Silver Travel Advisor nannte Allard 2015 einen «Giganten der britischen Reisebranche», der als Kind Pilot werden wollte, dann aber seine Karriere in einem Reisebüro in der Tottenham Court Road begann. Später habe er Lizenzen als Privatpilot für Flugzeuge und Helikopter gemacht und schätze Mallorca und Myanmar als Urlaubsziele.

Hebridean Island Cruises und ein A380 - passt das?

Eine wichtige Station von Allard wurde später der Chefposten der All Leisure Group - abgekürzt ebenfalls ALG. Dieses Unternehmen ging 2020 pleite und kann daher nicht Betreiberin des A380 werden. Die identischen Abkürzungen sind dennoch auffällig.

Schon 2016 hatte All Leisure Group die Marke Hebridean Island Cruises an Allard und Partner verkauft. Heute steht Allard diesem Kreuzfahrt-Touranbieter Hebridean Island Cruises vor. Auf eine Anfrage von aeroTELEGRAPH zum A380 antwortete der 71-Jährige nicht.

Global Airlines will weitere Airbus A380

Und wie geht es derweil bei Global Airlines weiter? Die Fluglinie will ihre Flotte weiterhin ausbauen. Man treibe die «Anschaffung weiterer A380 voran», so der Sprecher.

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