Lockheed Martin X-59 QuesstDas ist der Überschallflieger ohne Überschallknall

Die Nasa und Lockheed Martin haben einen Prototyp eines neuen Überschallflugzeuges der Öffentlichkeit vorgestellt. Er verursacht keinen Überschallknall. Noch dieses Jahr soll die X-59 fliegen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Principal Engineer - Flight Physics Simulation

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
aaa aviation academy austria logo

ATO Training Expert (m/f/d)

Aviation Academy Austria
Vollzeit
Neusiedl am See
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Head of Mechanical Final Assembly PC-12 (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Lizenzierter Luftfahrzeugmechaniker Experimental Shop (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Laut, richtig laut ist es. Hinterlassen Flugzeuge einen Überschallknall, trifft der das menschliche Ohr mit ungefähr 110 Dezibel. Das ist in etwa so laut, wie wenn man bei einem Rockkonzert weit vorne und ungeschützt bei der Bühne steht. Kein Wunder, war es der Concorde verboten, schon über Land vollen Schub zu geben.

Vor fünf Jahren vergab die Nasa deshalb einen Auftrag an Lockheed Martin. Der amerikanische Flugzeugbauer bekam die Aufgabe, ein Überschallflugzeug zu entwickeln, das nur einen leisen Überschallknall verursacht. Statt einem Knall soll er nur noch ein «sanftes Klopfen» wahrnehmbar sein, so die Weltraumagentur der USA.

Nasa und Lockheed haben Verspätung

Ziel ist es, so kommerzielle Überschallflüge wieder möglich zu machen, die es seit dem Ende der Concorde 2003 nicht mehr gibt. In einem ersten Schritt musste Lockheed Martin das Flugzeug entwickeln und einen Prototyp bauen, der X-59 genannt wird. Das entsprechende Programm heißt Quesst. Die Abkürzung steht für Quiet Supersonic Transport.

Bei Quesst haben die Nasa und der Flugzeugbauer allerdings bereits Verspätung. Der Erstflug hätte einst 2022 stattfinden sollen, inzwischen ist er für das laufende Jahr angesetzt. Am Freitag (12. Januar) wurde der Prototyp der X-59 nun erstmals aus dem Hangar gerollt.

Aluminium, Verbundwerkstoffe und Titan

Der Flieger ist 29.5 Meter lang und weist eine Spannweite von neun Metern auf. Die Struktur besteht aus Aluminium, die Ruder und die Tragflächen sind aus Verbundwerkstoffen. Gewisse Bereiche, die besonders heiß werden, werden aus Titan gefertigt. Die X-59 soll dereinst 1,4 Mal so schnell wie der Schall fliegen können.

Die dünne, spitz zulaufende Nase macht fast ein Drittel der Länge der X-59 aus und bricht die Schockwellen, die bei einem Überschallflugzeug normalerweise zum Überschallknall führen. Ebenso helfen die sogenannten Entenflügel vorne am Rumpf (im Jargon: Canards). Sie verhindern, dass die Schallwellen sich zusammenballen. So soll die X-59 nur noch ein Tausendstel so laut sein wie klassische Überschallflieger.

Flüge über Städte in den USA

Angetrieben wird der Flieger von einem General Electric-F414-Triebwerk. Nach dem Rollout werde sich das Quesst-Team den nächsten Schritten zur Vorbereitung des Erstflugs zuwenden: integrierte Systemtests, Triebwerksläufe und Rolltests, so die Nasa.

Die Lockheed Martin X-59. Bild: Lockheed Martin

Ab 2025 soll die X-59 dann von der Edwards Air Force Base in Kalifornien aus zu weiteren Testflügen starten. Dabei soll sie beweisen, dass die leise Überschalltechnologie funktioniert und das Flugzeug auch fliegerisch hält, was Lockheed verspricht und es sicher ist. Ein Jahr später soll sie über Städte in den USA fliegen, um die Akzeptanz bei der Bevölkerung zu testen.

Neue Vorschriften

Ziel der Entwicklung der X-59 und von Quesst ist es, neue Vorschriften für Überschallflüge über bewohntem Gebiet möglich zu machen. Sie sind in den USA seit 1973 verboten. Schnelle Flugreisen mit Fracht und Passagieren will die Nasa wieder zur Realität machen.

Mehr zum Thema

Der leise Überschallflieger nimmt Gestalt an

Der leise Überschallflieger nimmt Gestalt an

X-Plane: Zuerst gibt es den Jet nur als Einsitzer.

2022 soll der Überschalljet der Nasa fliegen

Das Konkurrenzprodukt, an dem Airbus mitarbeitet: Aerion AS2. Es soll etwas langsamer sein – dafür aber leiser.

Vor diesen Herausforderungen stehen die Concorde-Erben

Eine Concorde von Air France über Rio de Janeiro: Am 21. Januar 1976 startete das Flugzeug in den Liniendienst.

Vor 50 Jahren startete die Concorde in den Liniendienst

Video

Die ehemalige D-AICD: Sie hat ihren Standplatz verlassen.
Seit Anfang 2022 steht am Flughafen Düsseldorf ein ehemaliges Condor-Flugzeug. Nun wurde der 28 Jahre alte Airbus A320 von seiner Position weggeschleppt. Denn der geheimnisvolle Eigentümer lässt prüfen, ob der Jet wieder abheben kann.
Timo Nowack
Timo Nowack
Bangkok Suvarnabhumi aus der Luft: Der Flughafen soll seine Kapazität verdoppeln.
Der Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi soll künftig 120 Millionen Fluggäste pro Jahr abfertigen, doppelt so viele wie heute. Dafür sind ein neues Südterminal und eine vierte Piste geplant. Und schon zuvor soll es eine Erweiterung geben.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Bildschirmfoto 2026-11-04 um 125453
Ein Learjet 60 stürzte fast senkrecht auf eine Straße in Florida, neun Menschen starben. Jetzt wurden Teile des Höhenruders gefunden - bis zu 6,1 Kilometer vom Wrack entfernt.
Laura Frommberg
Laura Frommberg