Comac C919: Konkurrenz für Airbus A320 und Boeing 737 - aber wann?

Kleiner FlughäfenMit Regeländerung für Comac C919 will China Airbus A320 und Boeing 737 verdrängen

Chinas Luftfahrtbehörde will dem heimischen Mittelstreckenjet neue Einsatzmöglichkeiten eröffnen. Eine geplante Regeländerung könnte der Comac C919 den Weg an kleinere Flughäfen ebnen

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Die chinesische Luftfahrtbehörde CAAC hat vergangene Woche einen Regelentwurf vorgelegt, der es der Comac C919 erlauben würde, auch an Flughäfen mit schmaleren Start- und Landebahnen eingesetzt zu werden, berichtet die Zeitung Straits Times.

Bislang war die C919 für Pisten mit mindestens 45 Metern Breite ausgelegt, wie sie vor allem an großen internationalen Flughäfen zu finden sind. Künftig würden bereits 30 Meter ausreichen. Das ist ein Standard, der an vielen Regionalflughäfen in China und Südostasien üblich ist. Bislang waren dort daher vor allem Konkurrenzflieger aus Europa und den USA dominant.

Wichtiger Vorteil von Airbus A320 und Boeing 737

Die Behörde begründet den Schritt mit «Marktbedürfnissen» und verweist zugleich auf spezielle Auslegungsmerkmale der Comac C919. Der Entwurf liegt nun zehn Arbeitstage lang zur öffentlichen Kommentierung aus. Sollte die Regelung umgesetzt werden, könnte der Jet an deutlich mehr chinesischen Flughäfen eingesetzt werden und damit direkter mit dem AIrbus A320 oder der Boeing 737 konkurrieren, die für schmale Pisten längst zugelassen sind.

Für Comac wäre das ein strategisch wichtiger Schritt. Die C919 ist seit 2023 im kommerziellen Einsatz, bislang allerdings fast ausschließlich im Inland. Aktuell fliegen mindestens 18 Exemplare auf 24 Strecken zwischen 16 chinesischen Städten.

Wann wird die Comac C919 zum ersthaften Konkurrenten?

Dass Comac über China hinausblickt, zeigt sich dieser Tage auch auf der Singapore Airshow. Dort präsentiert der staatliche Hersteller sowohl die C919 als auch das kleinere Regionalflugzeug C909, früher ARJ21. Letzteres ist bereits bei einigen Airlines in Südostasien im Einsatz, allerdings nur in Nischenmärkten.

Die Comac C919 hingegen soll langfristig zum ernsthaften Konkurrenten für Airbus und Boeing werden. Iata-Generaldirektor Willie Walsh dämpfte bei einer Veranstaltung am Rande der Singapore Airshow zwar kurzfristige Erwartungen, sieht aber großes Potenzial: «Ich denke, Comac wird mit der Zeit ein globaler Wettbewerber – aber das braucht Zeit. In zehn oder 15 Jahren werden wir über Boeing, Airbus und Comac sprechen.» Der nun geplante regulatorische Schritt könnte dafür ein weiterer Baustein sein.

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