Boeing 737 Max: Bald soll sie wieder abheben.

Transportkomitee des RepräsentantenhausesBoeing 737 Max «verdorben von Designfehlern»

Mitglieder des Repräsentantenhauses der USA äußern in einem Untersuchungsbericht schwere Vorwürfe an Boeing. Auch die Aufsichtsbehörde FAA bekommt ihr Fett weg.

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Eigentlich gab es in der vergangenen Woche endlich wieder positive Nachrichten zur Boeing 737 Max. Stephen Dickson, Chef der Luftfahrtbehörde der USA, gab bekannt, dass der erste Flug im Hinblick auf die Wiederzulassung bereits in «wenigen Wochen» stattfinden könne. Man sei gerade dabei, die letzten Software-Änderungen zu kontrollieren und alles Administrative zu regeln. Aber bald werde das geschafft sein, so der Chef der Federal Aviation Administration FAA.

Doch trotz dieser guten Aussichten geht die Vergangenheitsbewältigung weiter. Am Freitag (6. März) veröffentlichte das Komitee des Repräsentantenhauses der USA für Verkehr und Infrastruktur einen vorläufigen Bericht zum Fall Boeing 737 Max. Und in dem üben die Politiker heftige Kritik am Flugzeugbauer. Das Programm sei «verdorben von technischen Designfehlern und mangelhafter Transparenz gegenüber den Regulierungsbehörden und den Kunden», heißt es in dem Bericht.

«Mangelhafte Transparenz»

Es sei ein Fehler gewesen, 2011 dem Druck nachzugeben, der aufgrund von Airbus' A320-Neo-Programm entstanden sei. Weil Boeing Angst hatte, zurückzubleiben, habe man sich gegen die Entwicklung eines neuen Jets entschieden. Weil man unter «enormem finanziellen Druck» gestanden habe, habe man entschieden, die Federal Aviation  Administration «irrezuführen und absichtlich Informationen zu verschweigen». Das betreffe sogar «die Existenz des MCAS», also des umstrittenen Flugsteuerungssystems der Boeing 737 Max.

Doch auch die FAA kommt nicht gut weg im Bericht. Die Behörde habe viel zu viel Einfluss seitens Boeing zugelassen, kritisieren die Verfasser des Berichts. Die Führungsspitze der FAA habe Boeings Einschätzungen zur Sicherheit einfach so hingenommen und dabei ignoriert, dass die eigenen technischen Experten Bedenken äußerten.

Heftige Kritik an der FAA

Die Aufsicht der FAA sei «grob unzureichend» gewesen. Man habe die Aufgabe verfehlt, kritische Probleme zu identifizieren und dafür zu sorgen, dass Boeing diese löse. Selbst nach dem Absturz des Lion-Air-Flugzeugs habe Boeing die FAA nicht oder zu spät über Probleme am Flugzeug informiert. Das hätte die Behörde alarmieren sollen.

Direkte Auswirkungen auf die Gesetzgebung hat der Bericht des Repräsentantenhauses nicht. Doch er wirft einmal mehr ein nicht allzu gutes Licht auf den Luftfahrtkonzern. Die Regierung der USA ist nun dabei, verschiedene Optionen durchzugehen, wie man mit den Problemen bei Boeing umgehen kann.

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