Aktuell gibt es kein Grounding und trotzdem muss der amerikanische Flugzeugbauer wieder frisch produzierte Flugzeuge parken, dieses Mal Boeing 777X. Denn das neue Langstreckenmodell ist weiterhin noch nicht durch die Luftfahrtbehörde FAA zertifiziert.
Boeing 777X dank Klappflügelspitzen unverkennbar
Wer aktuell über das Gelände des Boeing-Werks Everett im Norden von Seattle geht, dem fallen die geparkten Boeing 777X sofort ins Auge. Das künftige Flaggschiff für die Langstrecke ist dank seiner markanten Klappflügelspitzen unverkennbar. Wie viele Jets bereits fertiggestellt sind, bleibt offiziell unbestätigt. Boeing schweigt dazu.
Verschiedene Quellen sprechen von mehr als 20 Exemplaren, während aeroTELEGRAPH bei einem aktuellen Vor-Ort-Termin rund 16 Flugzeuge zählen konnte. Die ersten vier 777X wurden bereits 2019/2020 fertiggestellt und gehören zur Testflotte. Ein fünftes Testflugzeug soll bald hinzukommen. Trotz aller Probleme - zuletzt erneut mit dem Treibwerk GE9X - rechnet der Hersteller fest damit, die erste 777X im Frühjahr 2027 ausliefern zu können, wie Boeing bei einem Termin in Everett, an dem auch aeroTELEGRAPH teilnahm, bestätigte.
Derzeit werden vier Boeing 777 pro Monat gebaut
Laut einer Boeing-Mitarbeiterin könnte die Produktionsrate in Everett künftig wieder auf 8,3 Flugzeuge pro Monat steigen und damit erneut das Vor-Covid-Niveau erreichen. Doch die Steigerung hängt nicht allein von der 777X-Zertifizierung ab, sondern auch von weiteren Faktoren. Intern existiert ein Plan, über den der Konzern derzeit keine Details preisgeben will. Dennoch ist klar: Je schneller die Federal Aviation Administration das neue Langstreckenflugzeug zertifiziert, desto weniger groß wird der 777X-Parkplatz in Everett.
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