Es wurden genau 1000. Für so viele Brutto-Neubestellungen hat Airbus im Jahr 2025 erhalten. Brutto, weil davon noch 111 Stornierungen abgezogen werden, was einen Netto-Ordereingang für 889 Jets ergibt.
Das war mehr als im Vorjahr 2024, als netto Aufträge für 826 Flugzeuge (brutto 878) zu Buche standen. Uneinholbar vorne liegt in diesem Vergleich das Jahr 2023 mit 2094 (2319), während 2022 bei Airbus mit 820 (1078) eher auf dem Niveau wie 2024 und 2025 angesiedelt war.
Bestellungen für 83 Airbus A350-900 und 82 A350-1000
Benoit de Saint-Exupéry, Airbus' Verkaufschef für zivile Flugzeuge, sagte bei einer Pressekonferenz am Montagabend (12. Januar), was die Modelle und Varianten angehe, liege eine der wichtigsten Entwicklungen beim Airbus A350-1000: Erstmals habe man Aufträge für ebensoviele Exemplare der größeren Variante erhalten, wie für den kleineren A350-900.
In Zahlen bedeutet das: Es gab Bestellungen für 83 A350-900 und Orders für 82 A350-1000. Was Airbus glücklich machen dürfte: Für keine der beiden Varianten kam auch nur eine einzige Stornierung. Die Kunden des A350-1000 waren mit einer Ausnahme große Fluggesellschaften, die sich auch zu erkennen geben. So gab es nur eine anonyme Order für acht Exemplare. Die anderen stammten von Lufthansa (fünf), British Airways (sechs), Eva Air (sechs), China Airlines (15), Riyhad Air (25), Starlux Airlines (10) und Etihad Airways (7).
«Erste Welle der Erneuerung der frühen 787-Flotten erreichen»
Was die Balance zwischen den Varianten angeht, lag die Aufteilung nach Netto-Bestellungen bei 85 (A350-900) zu 48 (A350-1000) im Jahr 2024, 148 zu 118 im Jahr 2023 und -3 zu -11 im Jahr 2022. Tatsächlich hatte also die kleinere Variante bisher immer die Nase vorne.
«Da wir nun die erste Welle der Erneuerung der frühen Boeing 787 erreichen, sind wir zuversichtlich, dass andere Fluggesellschaften zu dem gleichen Schluss kommen werden wie Air Europa mit dem A350-900, aber auch wie viele andere Fluggesellschaften, die bereits beschlossen haben, ihre 777-Flotte durch den A350-1000 zu ersetzen», sagte Saint-Exupéry.
Boeing hängte Airbus bei Langstreckenorders 2025 klar ab
Der Blick auf den Konkurrenten aus den USA zeigt allerdings, dass Airbus im Jahr 2025 nicht gegen Boeing ankam bei den Bestellungen für Langstreckenflugzeuge der modernen Modelle 787 und 777X. Der amerikanische Flugzeugbauer hat seine Dezember-Zahlen zwar noch nicht veröffentlicht, kam aber schon Ende November auf Brutto-Aufträge für 509 Flugzeuge (158 davon für den A350-1000-Konkurrent 777X). Airbus erreichte zum Jahresabschluss mit A330 Neo und A350 (inklusive A350 F) insgesamt Aufträge für 295 Jets.
Im Vorjahr 2024 hatte Airbus die Nase vorne mit 220 gegenüber 93 bei Boeing. Dagegen lag der Konzern aus den USA in den Jahren 2023 und 2022 deutlich vorne in diesem Duell.
Airbus fühlt sich von Boeing weiter angespornt
Saint-Exupéry lobte auf Nachfrage die Boeing 787 als großartiges Flugzeug. Es sei länger am Markt als der A350, daher erhalte Boeing weiterhin gute Folgeaufträge. Andererseits habe auch Airbus sich einige Male durchgesetzt - etwa bei Air Europa. Christian Scherer, der scheidende Chef der Zivilflugzeugsparte, sagte ebenfalls auf Nachfrage, dass Boeing 2025 unbestreitbar von politischer Unterstützung der Trump-Regierung profitiert habe, sich zudem aber auch gesteigert habe. Airbus sehe darin eine Motivation, noch besser zu werden.
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